Antibiotikaresistente Typhuserreger breiten sich weiter aus

/ Armin Weigel Bündnisfoto

Stanford – Eine Analyse von mehr als 7.500 Bakteriengenomen zeigt, dass Typhus-Erreger zunehmend resistent gegen die wichtigsten Antibiotika zu werden scheinen. In dem Lanzettenmikrobe Die größte Genomanalyse von Salmonella enterica serotypisiert Typhimurium (S.Lanzette 2022; DOI: 10.1016 / S2666-5247 (22) 00093-3).

Typhus ist hierzulande sehr selten geworden. Das diesjährige Robert-Koch-Institut (RKI) Bis Woche 19 wurden insgesamt 13 Fälle von abdominalem Typhus gemeldet. Die meisten der in Deutschland gemeldeten Fälle wurden aus überwiegend asiatischen Ländern importiert.

Mit etwa 70 % trägt Südasien die Hauptlast der geschätzten 11 bis 21 Millionen Typhusfälle und 128.000 bis 161.000 typhusbedingten Todesfälle weltweit. Aber auch in Subsahara-Afrika, Südostasien und Ozeanien ist die Krankheit von großer Bedeutung.

Neuere Proben aus Südasien und ältere Proben aus 70 Ländern

Obwohl Typhus erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden kann, werden resistente Stämme von S. Typhi immer häufiger. Die Autoren unter der Leitung von Kesia Esther da Silva vom Department of Infectious Diseases and Geographical Medicine der Stanford University unterzogen 3.489 Isolate von S. Typhi einer Gesamtgenomsequenzierung.

Die Isolate stammten aus Blutproben, die zwischen 2014 und 2019 von Typhuspatienten in Bangladesch, Indien, Nepal und Pakistan entnommen wurden. Darüber hinaus wurde eine Reihe von 4.169 Proben von S. Typhi, die zwischen 1905 und 2018 in mehr als 70 Ländern gesammelt wurden, analysiert und analysiert.

Validierung wichtiger Antibiotikaresistenzen

Mithilfe genetischer Datenbanken identifizierten die Forscher die Gene, die Antibiotikaresistenzen vermitteln. Stämme wurden als multiresistent angesehen, wenn sie Resistenzgene gegen klassische Frontantibiotika wie Ampicillin, Chloramphenicol und Trimethoprim/Sulfamethoxazol aufwiesen. Zusätzlich wurde auch das Vorhandensein von Makrolid- und Chinolon-Antibiotika-Resistenzgenen untersucht.

Die meisten Herkunftsländer liegen in Südasien

Die Analyse ergab, dass sich resistente S. Typhi-Stämme seit 1990 mindestens 197 Mal von einem Herkunftsland in andere Länder ausgebreitet haben. Die meisten dieser Stämme stammten aus Südasien und breiteten sich von dort nach Südostasien sowie in das östliche und südliche Afrika aus. Es gab jedoch auch Berichte über Fälle in Großbritannien, den USA und Kanada.

Multiresistente Stämme sind rückläufig, werden aber durch andere resistente Stämme ersetzt

Da Silva und Kollegen berichten, dass multiresistente S. Typhi-Stämme in Bangladesch und Indien seit 2000 stetig zurückgegangen sind. In Nepal sind sie auf einem konstant niedrigen Niveau geblieben und machen etwa 5 % aller zirkulierenden S. Typhi-Stämme aus. Bei Pakistan stieg der Anteil resistenter Stämme leicht an. Der multiresistente S. Typhi wird jedoch durch andere antibiotikaresistente Stämme ersetzt.

Südasien: hoher Anteil Chinolon-resistenter S. Typhi-Stämme

Genmutationen, die Resistenz gegen Chinolon-Antibiotika verleihen, sind in Bakterien aufgetreten und haben sich seit 1990 mindestens 94 Mal ausgebreitet, wobei fast alle dieser Stämme (97 %) aus Südasien stammen. Stämme, die gegen Chinolon-Antibiotika resistent waren, machten mehr als 85 % der S. Typhi-Stämme aus, die zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Bangladesch zirkulierten. In Indien, Pakistan und Nepal stieg der Anteil bis 2010 auf 95 %.

Schnelle Ausbreitung von S. Typhi mit Resistenz der dritten Generation gegen Cephalosporine

Mutationen, die Resistenz gegen das Makrolid-Antibiotikum Azithromycin verleihen, sind in den letzten 20 Jahren mindestens 7 Mal aufgetreten. Stämme mit diesen Mutationen tauchten um 2013 in Bangladesch auf. Seitdem hat ihre Populationsgröße stetig zugenommen. Die Ergebnisse der Genomanalyse stützen jüngste Beweise, die die rasche Verbreitung von Cephalosporin-resistenten S. Typhi-Stämmen der dritten Generation belegen.

Sequenzierte Genome sind nicht repräsentativ

Die Autoren, die mit da Silva zusammenarbeiten, stellen fest, dass ihre Ergebnisse einige Einschränkungen aufweisen: S. typhi-Sequenzen aus mehreren Regionen sind in der Analyse unterrepräsentiert, insbesondere aus Ländern in Subsahara-Afrika und Ozeanien, wo Typhus ebenfalls endemisch ist.

Selbst in Ländern mit einer größeren Anzahl von Proben stammten die meisten Isolate von einer kleinen Anzahl von Monitoren und sind möglicherweise nicht repräsentativ für die Verteilung zirkulierender Stämme.

Möglicherweise wurde die Bedeutung der Verbreitung von typhusresistenten Erregern unterschätzt

Die sequenzierten Genome von S. Typhi repräsentieren nur einen kleinen Teil der weltweiten Typhusfälle. Daher glauben die Stanford-Wissenschaftler, dass ihre Schätzungen von Mutationen, die Resistenzen und internationale Verbreitung verursachen, wahrscheinlich unterschätzt werden. Sie betonen, dass die genetische Überwachung dringend ausgebaut werden müsse, um ein besseres Bild von der Entstehung und Ausbreitung antibiotikaresistenter Stämme zu erhalten.

Typhus und Antibiotikaresistenz sind ein globales Problem, kein lokales

„Die Geschwindigkeit, mit der Stämme von S.-Spezialisten für Infektionskrankheiten an der Stanford University aufgetaucht sind“, sagt Jason Andrews, Seniorautor.

Gleichzeitig unterstreicht die Tatsache, dass sich resistente S. Typhi-Stämme international so oft verbreitet haben, die Notwendigkeit, die Bekämpfung von Typhus- und Antibiotikaresistenz im Allgemeinen als globales und nicht als lokales Problem zu behandeln. © ang / aerzteblatt.de

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