Auch auf dem Arbeitsmarkt macht sich eine hohe Inflation bemerkbar

Vier von zehn Arbeitnehmern drohen, innerhalb der nächsten 12 Monate zu kündigen, es sei denn, die steigende Inflation erhöht die Gesamtvergütung und nachhaltige Beschäftigungsmöglichkeiten.

Aufgrund des ständigen Fachkräftemangels sind Arbeitnehmer weiterhin in einer günstigen Position, um die Anforderungen auswählen und durchführen zu können. Arbeitnehmer haben mittlerweile so viel Einfluss auf den globalen Arbeitsmarkt, dass sich Unternehmen anpassen müssen, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben. Zu diesen Forderungen gehört eine höhere Gesamtvergütung, wobei 43 Prozent der Mitarbeiter bereit wären, in den nächsten 12 Monaten zu kündigen, wenn sich die Vergütung nicht verbessert. Dieses Ergebnis zeigt einen Stream EYUmfrage unter mehr als 1.500 Unternehmensleitern und mehr als 17.000 Arbeitnehmern in 26 Branchen.

Finanzielle Einbußen und hohe Gehaltsforderungen

Arbeitgeber haben seit der Pandemie mit Auftragskürzungen und wirtschaftlichen Einbußen zu kämpfen, während Arbeitnehmer mit Ängsten vor Personalabbau und Arbeitsplatzverlusten zu kämpfen haben. Dadurch hat die Corona-Pandemie weitreichende Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen: Viele unzufriedene Arbeitnehmer haben die Pandemie genutzt, um zu überdenken und zu überdenken, was sie sich vom Arbeitsleben wünschen. Daraus resultiert eine Dynamik in Richtung „New Business“, sagt Regina Karner, Head of People Advisory and Partner bei EY. Das bedeutet unter anderem eine flexiblere und positivere Unternehmenskultur.

Um ihre Belegschaft zu verbessern, ist es wichtig, dass 85 Prozent der Unternehmen über eine Strategie verfügen, um Talente auf zukünftige Geschäftsanforderungen abzustimmen. Drei Viertel von ihnen wären bereit, Mitarbeiter aus anderen Ländern einzustellen und Remote-Arbeit zu ermöglichen, sofern die Fähigkeiten zum Stellenprofil passen. Etwa 20 Prozent glauben, dass Schulungen und Weiterbildungsmöglichkeiten dazu beitragen werden, die Mitarbeiterfluktuation zu reduzieren.

Die Frage nach der Motivation kann neu beantwortet werden

Während bei den Arbeitnehmern in letzter Zeit frei wählbare Unternehmenskultur, flexible Arbeitszeiten und Arbeitsplatzsicherheit die größte Rolle spielten, wendet sich das Blatt – auch aufgrund höherer Preise – in Richtung Gehaltsverhandlungen. „Da viele Arbeitgeber zunehmend flexible Arbeitsmodelle anbieten, sind höhere Löhne mittlerweile der größte Treiber für Jobwechsel“, sagt Karner.

Für viele Arbeitgeber ist es seit Jahren schwierig, genügend qualifizierte Mitarbeiter zu finden, um den Anforderungen des Geschäftslebens gewachsen zu sein. Diese Situation hat sich in den vergangenen Monaten nicht verbessert, im Gegenteil: Es wird immer schwieriger, ein paar gute Fachkräfte zu halten. Denn wie die Studie zeigt, denken sie bereits über Arbeitgeber nach, die bereit sind, höhere Löhne zu zahlen. Da die Inflation in vielen Ländern Rekordhöhen erreicht, gibt mehr als ein Drittel derjenigen, die einen neuen Job suchen, an, dass eine Gehaltserhöhung ihre Hauptmotivation ist, während nur ein Viertel eine berufliche Weiterentwicklung anstrebt. Arbeitgeber sehen dies generell anders als ihre Arbeitnehmer: Obwohl knapp die Hälfte der Arbeitnehmer davon überzeugt sein wird, dass Gehaltserhöhungen der Schlüssel zur Bekämpfung der Fluktuation sind, stimmen dem auf Arbeitgeberseite nur 18 Prozent zu.

Acht von zehn Arbeitnehmern wollen an mindestens zwei Tagen in der Woche von zu Hause aus arbeiten. Das entspricht dem Wunsch der Führungskräfte, denn immer noch müssen mehr als ein Fünftel der Mitarbeiter fünf Tage die Woche im Büro sein. Generell hat Flexibilität den Unternehmen aber auch Vorteile gebracht, da sie zur Verbesserung der technischen Infrastruktur und der digitalen Kompetenzen beigetragen hat.

Zuerst die gute oder schlechte Nachricht?

Neben der Verbesserung der Löhne muss verstärkt auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter geachtet werden, denn fast 20 Prozent der Mitarbeiter wären bereit, für Initiativen zur Gesundheitsförderung den Arbeitsplatz zu wechseln. Die gute Nachricht ist, dass die Zahl der Arbeitnehmer, die seit Beginn der Pandemie eine Verbesserung der Unternehmenskultur feststellen, von 48 Prozent auf 61 Prozent gestiegen ist. Das Schlechte: Das Vertrauen der Arbeitgeber in ihre Unternehmenskultur sank von 77 % auf 57 %. Diese Diskrepanz ist auch auf die sinkenden Gewinne des Unternehmens zurückzuführen, denn während die Mitarbeiter glauben, dass neue Arbeitsweisen ihre Produktivität steigern, sehen sich die Unternehmensleiter aufgrund der steigenden Inflation mit sinkenden Umsätzen und Gewinnen konfrontiert.

Angesichts der Altersgruppen werden Generation Z (geboren 1997-2012) und Millennials (geboren Anfang der 1980er bis Ende der 1990er Jahre) wahrscheinlich noch in diesem Jahr aufhören. In Bezug auf die Branchen werden diejenigen in der Technologie- und Hardwareindustrie das Unternehmen am ehesten verlassen.

Es gibt Grund zum Optimismus

Etwa ein Drittel der Beschäftigten gehört zur Gruppe der „optimistischen“ Arbeitgeber, die davon überzeugt sind, ihre Produktivität im Einklang mit der Unternehmenskultur steigern zu können. Dies wird durch ein gemeinsames Verständnis von Unternehmensproblemen zwischen Mitarbeitern und Managern funktionieren. Dazu gehören hybride Arbeitsformen, Investitionen in die Standortausstattung, die Verbesserung der Technik am Arbeitsplatz sowie die Förderung der Eigenverantwortung und Eigenständigkeit der Mitarbeiter.

Die Sichtweise der Talente hat sich stark verändert, weshalb es notwendig ist, alte Strukturen und teilweise auch Geschäftsmodelle – Stichwort Nachhaltigkeit, Sinn und Entwicklungsmöglichkeiten – in den Unternehmen selbst aufzubrechen und zu überdenken. Nur durch die Verbindung von Managern mit dem operativen HR können sich Unternehmen zu Talentmagneten entwickeln. Dadurch ist Talent Management heute auch ein zentrales Thema für Führungskräfte“, erklärt Oliver Suchocki, Head of Human Resource Consulting und Associate Partner in People Consulting Services bei EY (EST).

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