Bericht: Ex-Kreml-Beamter im Krankenhaus befragt

Italienische Staatsanwälte auf der Insel Sardinien befragten den Kreml-Beamten Anatoly Chubais, der nach Ausbruch des Ukraine-Krieges zurückgetreten war. Chubais liegt in einer Klinik auf Sardinien, weil er aus unerklärlichen Gründen seine Gliedmaßen nicht mehr bewegen kann. Inzwischen wurde auch die Inspektion des ersten Getreidetankers aus der Ukraine in der Türkei abgeschlossen. W: Der Streit um die Turbinen geht in die nächste Runde.

Online seit gestern, 9.02 Uhr

Der 67-Jährige blieb für seinen Urlaub auf Sardinien. Die Krankheitsbedingungen von Tschubais haben in sozialen Netzwerken zu Spekulationen geführt, dass der ehemalige enge Mitarbeiter des russischen Präsidenten Wladimir Putin vergiftet worden sein könnte. Sein Zustand ist nicht besorgniserregend und könnte mit einer neurologischen Erkrankung zusammenhängen. Die Staatsanwaltschaft wolle die Umstände von Chubais’ Krankheit aufklären, berichtete die sardische Tageszeitung “Union Sarda” am Mittwoch.

Am Sonntag schrieb die prominente russische Vermittlerin und ehemalige Präsidentschaftskandidatin Xenia Sobtschak unter Berufung auf die Familie von Tschubais, der 67-Jährige sei in einem “instabilen Zustand” auf die Intensivstation verlegt worden. Das Zimmer, in dem Tschubais sich zuletzt aufhielt, wurde laut Sobtschak von “Spezialisten für Chemikalienschutzanzüge” untersucht. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Vergiftungsfällen durch Kremlgegner.

Inspektion des ersten Frachtschiffes in der Türkei

Inzwischen wurde die Inspektion des ersten mit ukrainischem Getreide beladenen Frachtschiffs in der Türkei abgeschlossen. Das türkische Verteidigungsministerium teilte am Mittwoch mit, dass internationale Inspektoren ihre Inspektion abgeschlossen haben. Das Schiff wird bald den Bosporus passieren, der durch Istanbul führt.

Gasturbinen als Dauerthema

Auch russische Gaslieferungen sind ein Dauerbrenner: Bei einem Besuch beim Turbinenhersteller Siemens Energy machte Bundeskanzler Olaf Schultz Russland für Verzögerungen bei der Verlegung von Gasturbinen an der Ostseepipeline „Nord Stream 1“ verantwortlich. Schulze sagte, die Turbine könne jederzeit wieder bewegt werden. „Es muss nur jemand sagen, ich will es haben, und dann ist es ganz schnell da“, sagt Schulz.

Verantwortlich dafür ist der russische Energieriese Gazprom als Eigentümer. Gazprom hat seinerseits wiederholt erklärt, dass Unterlagen aus Deutschland zum Beginn der Rückübertragung fehlen.

Was braucht es für den Frieden in der Ukraine?

Monate nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine ging der Krieg mit unverminderter Kraft weiter. Eine Friedenslösung am Verhandlungstisch scheint noch immer aussichtslos. Was kann Europa tun, um den Konflikt zu beenden? Welche Rolle spielen westliche Waffenlieferungen? Wie wirksam sind EU-Sanktionen gegen Russland? Was ist für den Frieden notwendig?

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