Der Selbstmord eines österreichischen Arztes hat im Internet Hassdebatten ausgelöst

Aktualisiert am 08.02.2022 21:05

  • Ein Arzt aus Österreich beteiligt sich am Kampf gegen Corona und wird zum Hassobjekt von Impfgegnern.
  • Eine Frau nimmt sich das Leben – und auch Tage nach ihrem Suizid reißt die Hassdebatte im Internet nicht ab.
  • Der Fall klingt wie eine warnende Geschichte. der gescheitert ist

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Manche Menschen vergießen Tränen. Die überwiegende Mehrheit von ihnen hält ihr leuchtendes Smartphone oder ihre Kerze schweigend in der Hand. Die Bestürzung der Öffentlichkeit ist offensichtlich. Mehrere tausend Menschen versammelten sich am Montagabend im Lichtermeer Vor dem Stephansdom in Wien zum Gedenken an Dr. Lisa Maria Kellermayr.

Arzt aus Seewalchen am Attersee in Österreich sie haben dagegen gekämpft Corona Im Internet ist sie zum Hassobjekt von Impfgegnern geworden. Aus diesem Grund – so legen es die von den Medien veröffentlichten Abschiedsbriefe nahe – war sie gebrochen.

Van der Bellen: „Hören wir auf, einzuschüchtern und einzuschüchtern“

Lisa Maria Kellermayer Morgen 26. April 2021.

© Picture Alliance / HERMANN WAKOLBINGER / APA

untergeordnet Der 36-Jährige hat sich vor wenigen Tagen das Leben genommen Er hat die Online-Hassdebatte neu entfacht. Nichts als der Bundespräsident von Österreich Alexander van der Bellen Nutzen Sie das Drama zum Anlass, um zu warnen. Das Staatsoberhaupt schrieb: “Lasst uns diese Einschüchterung und Einschüchterung beenden” Twitter. Er und seine Frau legten am Montagabend Blumen vor der Leichenhalle nieder.

Trotz der inzwischen geltenden gesetzlichen Regelungen gegen Online-Hass auf nationaler und EU-Ebene ist die Online-Aggression Experten zufolge noch lange nicht unter Kontrolle. Das Beratungszentrum „Zara“ ist darauf spezialisiert Wien 8.000 Fälle wurden in den letzten fünf Jahren registriert. Corona sei zeitweise das Hauptthema in Hassposts gewesen, so Sprecher Ramadan Yildiz mit Blick auf die tiefe soziale Kluft angesichts der Epidemie. Zumindest punktuell bemerkten Zara-Mitarbeiter einen Unterschied in der Begeisterung der Behörden für die Ermittlungen. „Natürlich bekommt man auf Online-Kriminalität immer andere Reaktionen als auf Offline-Kriminalität“, sagt Yildiz.

Doch selbst für Betroffene ist es oft schwierig, ihren Stalker aufzuspüren, unabhängig von rechtlichen Fortschritten. „Viele finden es zu emotional, zu teuer und zeitraubend“, so Yildiz weiter. Im Fall Kellermayr laufen nach Angaben der walisischen Generalstaatsanwaltschaft noch Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt. Derzeit wird geprüft, ob sich durch den Selbstmord von Kellermayr Verantwortlichkeiten ändern würden. Nach bisheriger höchstrichterlicher Rechtsprechung sind zumindest bei schweren Drohungen die Behörden am Ort des ursprünglichen Täters zuständig. Mindestens einer von ihnen muss in Deutschland ansässig sein.

Eine Gedenkveranstaltung für die Initiative #YesWeCare am Stephansplatz in Wien.

© Picture Alliance / GEORG HOCHMUTH / APA

Zu milde Reaktion auf Drohbotschaften? der Polizei widerstehen

Die Polizei wehrt sich gegen Vorwürfe, sie habe zu milde auf die Drohbotschaften reagiert, die extreme Gewaltandrohungen beinhalteten. In einer Aussage des Arztes heißt es, er sei seit November 2021 von der Polizei informiert worden. „In den darauffolgenden Wochen gab es viele weitere Kontakte und Gespräche. Der polizeiliche Schutz rund um die Ordination wurde deutlich verschärft. Alle rechtlichen Möglichkeiten wurden ausgeschöpft.“ Nun wurde Anzeige bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien (WKStA) erstattet, in der den Behörden Untätigkeit vorgeworfen wird.

Die Oberösterreichische Landesärztekammer teilte mit, der Mediziner habe alle erdenkliche Hilfe. Erst kürzlich wurde ein Konzept diskutiert, wie der Fortbestand der Praxis – die Kellermayr vor wenigen Wochen geschlossen hat – gesichert werden kann.

Kellermayr sagte, er hat Er kaufte monatelang Sicherheiten aus eigener Tasche. Um entsprechende Vorkehrungen wie einen sicheren Hafen zu treffen, schrieb sie auf ihrer Website, habe sie etwa 100.000 Euro gezahlt.

„Ich denke, gemeinsames Trauern tut der Gesellschaft gut“, sagte Daniel Landau, Starter der Mahnwache vor dem Dom, der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Er kenne Kellermayr persönlich, habe sie erst Mitte Juli in ihrer Klinik getroffen. Sie sprachen auch davon, dass dies dem Arzt wichtig sei, sagte Landau. Am Montagabend läuteten die Glocken des Stephansdoms. (dpa/mbo/fab)

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Suizidgedanken betroffen sind, rufen Sie bitte die Telefonseelsorge unter 0800 / 1110-111 (Deutschland), 142 (Österreich), 143 (Schweiz) an.

Übersicht über Hilfsangebote in verschiedenen Krisensituationen Hier finden Sie.

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