Deutsche Literaturtage: Diverse Jurymeinungen führen zu hitzigen Debatten

Mara Delius beginnt mit den Worten: „Ein sehr gutes Beispiel dafür, wie konkret und präzise die Werke eines Autors sind, dessen Muttersprache nicht Deutsch ist.

Die Jury im ORF-Theater
© Gerd Egenberger

14:13 Uhr: Jetzt wird es ernst: Aber hätte Twitter-Nutzer „rkrkrkrkrk“ Recht? Jury-Beratung zu Polochs Text “Some National Boundaries to the East of Here” beginnt.

Das Publikum hört ruhig zu

Das Publikum hört ruhig zu
© Daniella Winkler

13:52 Uhr: Aufmerksam lesen und synchron umblättern: Das Publikum ist auch nach der Mittagspause noch von Literatur begeistert.

13.40 Uhr: Lesungen der Ära beginnen mit dem Autor Alexandru Poloch aus Rumänien. Es ist ein lyrischer Beginn seines Intro-Videos. Dann heißt es im Text: “Gott ist kein Zigeuner, aber er ist kein Eisenbahner.” “Die Welt braucht mehr Salieris und weniger Mozarts.” Aber auch Monk, der Fernsehdetektiv, taucht in seinem Drehbuch auf. Und auch auf Twitter gibt es so etwas wie echte Begeisterung – bisher hält sie sich in Grenzen:

13:27 Uhr: Das wäre etwas anderes. Der eine wird ordentlicher Richter, der andere vereidigt und der dritte Mitglied der Jury des Literaturwettbewerbs:

Positiver Tweet zwischen:

13:25 Uhr: Die diesjährige Bachmann-Preis-Umhängetasche könnte ein neues Accessoire für Journalisten und Autoren werden. Auf jeden Fall ist im Moment viel zu sehen und das allgemeine Fazit lautet: „Ich werde es danach auf jeden Fall weiter verwenden“.

Die diesjährige Tasche – ein praktischer Begleiter auch nach dem Vorlesewettbewerb

Die diesjährige Tasche – ein praktischer Begleiter auch nach dem Vorlesewettbewerb
© Daniella Winkler

13 Uhr: Mittagspause. Das heißt aber nicht, dass nichts passiert ist. Das Publikum spricht über die bereits gelesenen Texte und es gibt auch einige Diskussionen.

12.30 Uhr: Und nun das Urteil der Jury: Via Kaiser findet den Text “eine schonungslose Offenbarung der Unsicherheiten dieses Mannes. Es ist sehr frustrierend und manchmal tut das unglaublich gut.” Danach begann die Jury, unzählige Querverweise zur Literatur-, Religions- und Kunstgeschichte vorzunehmen. Schulleiterin Insa Welk sieht es den Rezipienten im Text als wichtig an: “Er fragt sich: Was ist gut? Ist es gut, dass das Ego verblasst, dass es etwas Größeres gibt?”

Engler wurde von Philip Tengler eingeladen, der sagte: “Es ist das humorvollste Drehbuch, das wir dieses Jahr hier hatten. Es funktioniert perfekt für sich.” Und als Schlusssatz: „Das ist Literatur, meine Damen und Herren!“

12.20 Uhr: Erste Twitter-Meinungen:

12.00.: Da er nicht mehr “süß” sagen wollte, entschied er sich für den dritten in der Gruppe. Lesen Sie Leon Engler, der in Berlin und Wien lebt Eine Liste von Dingen, die nicht so sind, wie sie sein sollten. Auszug: “Lächle, der Penis schreit.” Er schaffte es, das Publikum am Ende der ersten Morgensession zum Lachen zu bringen. Es ist einem Ich-Erzähler zu verdanken, der ein unabhängiger Schauspieler und Teilzeitmodel ist. Aber Twitter scheint verwirrt zu sein:

Dritte Lesung: Leon Engler

12.10 Uhr: Erst auf Twitter lesen, dann vor laufender Kamera: Wolfgang Tischer von Literaturcafe.de sagt, was er denkt:

12:03 Uhr: Und nicht nur Twitter hat eine Meinung. Auch das heimische Publikum zeigt, was es denkt. Zwischen gelangweiltem Stöhnen, diszipliniertem Lachen und aufmerksamem Blättern in Texten ist alles dabei. Sowie einfach. Und das Herumirren zwischen Theater und Park sei ein Problem: „Dass die Zuschauer entscheiden müssen, ob sie die Jury lieber live sehen und die Autoren auf der Leinwand – oder umgekehrt –, ist keine gute Idee, warum sollten sie es dann gar nicht in Klagenfurt lesen, wenn sie nicht sowieso im selben Raum mit den Juroren sind?“, fragt ein Zuschauer, der namentlich nicht genannt werden möchte, aber den Bachmann-Preis nun vor zwei Jahrzehnten erlebt hat.

öffentliche Meinungen

11.47: “Es war schön, und jetzt ist es vorbei.” Mit diesen Worten endet ihr Text, und die Stimme der Autorin bricht weiter, während sie die Sätze liest. „Ich finde, das ist ein unglaublich, sehr wichtiger und sehr gelungener Text zu einem sehr schwierigen, aussterbenden Thema“, sagt Jurorin Via Kaiser. „Kein Schnickschnack, absoluter Fokus“, sagt Kastberger. “Eine spannende Sache, formal ganz anders als der erste Text.” „Wie dieser Text hat ‚Wunschlose Unglück‘ einen streng formalen Ansatz“, sagt Klaus Kastberger.

„Ich hatte immer das Gefühl, dass diese Person seltsam hohl wirkt. Schließlich hat man kein zusammenfassendes Bild von der Person und der Beziehung. Aber wenn es eine Möglichkeit gibt, dass eine Person trotzdem leer sein sollte, sind Metaphern wie Kalenderverse angebracht auch”, sagt Juror Michael Reston. .

Als zweite Autorin liest am Donnerstag Eva Sichelschmidt. Sie lebt in Rom und Berlin und bietet ihr den Text an “Großmutters Körper” wieder. Und auch hier gibt es jede Menge Tweets ab dem ersten gelesenen Satz.

Zweite Lesung: Eva Sichelschmidt

11:00 Uhr.: Philip Tengler war 2020 neu in der Jury. Der Juror lebt in Zürich und mag es nicht, exzentrisch zu sein, sagt er und erklärt: «Ich möchte nicht, dass mich ein Schriftsteller wie einen Idioten behandelt Eindruck, dass er scherzt, und er ist ein ziemlich älterer Verwandter mit angemessenen Schuhen, der auf einer Familienfeier etwas sagt, das Sie nicht hören wollen. Der Text ist so einfach, dass ich mich nicht einmal darum kümmern kann. „Dieser Text hätte schon viel früher gestoppt werden müssen“, sagt Juror Michael Federstein.

Fazit nach der ersten Lesung:

„Lesen Sie ruhig und aufmerksam“, sagt Jurymitglied Mara Delios. “Die Geschichte beeindruckt durch die Exzentrizität des Themas und nicht so sehr wörtlich durch den Autor.”

„Ich liebe das Exzentrische, Abgehobene. Ich hasse den magischen Realismus“, resümiert Klaus Kastberger, Professor für Neuere deutschsprachige Literatur am Franz-Nabel-Institut der Universität Graz und Leiter des Literaturhauses Graz. “Warum sagt er, er sei ein junger Schwarzer? Damit er jeden ‘Idioten’ versteht. Das sagt viel über die Gegenwart aus.”

10:29 Uhr: Wolfgang Tescher, Gründer und Chefredakteur der Zeitung Literaturcafe.dehaben Sie vielleicht schon beim ersten Lesen eine Meinung:

Der in den USA lebende Hans Stein beginnt mit dem Song „The Royal Republic“. „Im Glückskeks ist die erste Geheimbotschaft versteckt“, und mit diesen Worten beginnt er zu lesen. Sie können einen Auszug aus dem Text extrahieren hier drüben lesen.

Erste Lesung: Hans Stein

Bis 10 Uhr Am Donnerstag begannen Lesungen von fünf Autoren, gefolgt von einer Jury-Diskussion. Moderatoren sind Cecil Shortman und Christian Ankovich. Shortman stellte zunächst die Frage: „Gibt es Vielfalt in der Literaturbranche oder nicht?“ Aber die Antwort ist noch nicht gefolgt.

Aber der Ablauf ist dieses Jahr etwas anders. Die 14 lesen auf einer Literaturbühne im Garten und die Jury wird die Bühne beurteilen. Das Publikum kann dann zwischen den beiden Orten hin und her gehen. Eröffnet wurde der diesjährige Bachmann-Preis von der in Zagreb geborenen österreichischen Schriftstellerin Anna Barr mit einer Literaturrede mit dem Titel „Truth is Rude“.

Nach zwei digitalen Ausgaben finden die 46 Tage deutschsprachige Literatur 2022 auch in diesem Jahr wieder statt. Fünf Frauen und neun Männer konkurrieren um den mit 25.000 Euro dotierten Bachmann-Preis. Die Autoren selbst, die Jury und das Publikum können nun gemeinsam im ORF-Park und im ORF-Theater anwesend sein.

Hier ist das Live-Apa-Tape zum Nachlesen:

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