Diabetisches Makulaödem: Schützt Ihr Sehvermögen vor „Zucker“

22.06.2022 – 15:10
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Diabetisches Makulaödem
So schützen Sie Ihr Augenlicht bei Diabetes

Foto: BPR

Rentnerin Hedi E. lebt seit mehreren Jahren mit der Diagnose eines diabetischen Makulaödems.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind bei Diabetes wichtig, um mögliche Folgeerkrankungen rechtzeitig erkennen und behandeln zu können

Diabetes kann buchstäblich ein Augenöffner sein. Auch Patientin Hedi E. hat sich damit auseinandergesetzt und sie vor neue Herausforderungen gestellt. Bei dem 70-Jährigen wurde im Alter von 21 Jahren Diabetes diagnostiziert. Wie bei vielen anderen Patienten bemerkte sie zunächst nicht, dass ihre Augen schlechter wurden. Als es ihr beim Autofahren immer schwerer fiel, die Schilder zu erkennen, wurde ihr zunächst eine Brille verschrieben. Doch auch mit der Sehhilfe verschlechtert sich Hedis Sehvermögen deutlich.


Wegen ihres langjährigen Diabetes geht sie regelmäßig zur Vorsorge – auch zum Augenarzt. Dort gehen Sie die Änderungen abschließend an. Ihr Arzt vermutet, dass es sekundär zu Diabetes kommt und stellt fest, was als diabetisches Makulaödem bekannt ist.


Schnell merkt die Rentnerin, dass sie keine Zeit zu verlieren hat und bespricht mit ihrem Arzt Behandlungsmöglichkeiten. Das macht ihr Mut und erklärt, dass sie durch regelmäßige Injektionen ihr Augenlicht erhalten kann. Anfangs hatte ich Angst vor Spritzen. Aber nach der ersten Überwindung habe ich gemerkt, dass es gar nicht so schlimm ist“, erinnert sich Hedi schmunzelnd und fügt hinzu: „Es lohnt sich auch, für die Sehkraft zu kämpfen.“ Schnell bemerkte sie eine Verbesserung ihrer Sehkraft ist ihrem Arzt sehr dankbar und froh, dass sie in dieser Zeit diesen Schritt gemeinsam gegangen sind.


pass auf deine augen auf


Ähnlich wie Hedi leben in Deutschland mehr als 8,5 Millionen Menschen mit Diabetes – regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, um mögliche Folgeerkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Auch ein Termin beim Augenarzt sollte in Erwägung gezogen werden. Denn Augenerkrankungen sind oft schon weit fortgeschritten, wenn der Betroffene die ersten Veränderungen bemerkt. Bei den Betroffenen kann dies zu einem Sehverlust führen, der oft nicht vollständig beseitigt werden kann. Ihre Augen sollten regelmäßig überprüft werden, insbesondere bei Personen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, unabhängig vom Alter.


Termine beim Augenarzt sind sehr häufig und die Wartezeiten können lang sein. Wichtig ist hier jedoch, dass sich das Warten lohnt. Eine rechtzeitige und frühzeitige Einleitung der Behandlung kann entscheidend für den Krankheitsverlauf sein.



Diabetes kann ins Auge gelangen


Diabetes betrifft den ganzen Körper. Je länger Diabetes besteht, desto höher ist das Risiko für Komplikationen. Menschen mit primär Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder diabetischem Fuß denken beispielsweise oft, dass extreme Blutzuckerschwankungen oder hohe Blutzuckerwerte zu Plaque und Gefäßschäden führen. Was viele nicht wissen: Auch die Augen können betroffen sein. Beschädigte Blutgefäße können zu einer schlechten Durchblutung führen, was ein Augenarzt als geringfügige Blutung oder Schwellung der Netzhaut ansehen kann. Diese Veränderungen bleiben vom Patienten oft unbemerkt, da sie schmerzlos sind und zunächst mit keiner Verschlechterung des Sehvermögens einhergehen. Geschieht dies alles im Auge, spricht man von diabetischer Retinopathie.


Dies kann zur Entwicklung einer chronischen Erkrankung führen, dem diabetischen Makulaödem – kurz DME. Geschädigte Blutgefäße können nach einiger Zeit zu Sauerstoffmangel im Auge führen. Um dem entgegenzuwirken, bildet der Körper neue Blutgefäße im Auge. Verantwortlich dafür ist der Botenstoff VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor). Diese Blutgefäße lecken jedoch, und Flüssigkeit kann austreten und in die Zellschichten und die Netzhaut fließen. Durch Flüssigkeitsansammlungen ist das Sehvermögen vor allem in der Makula, dem schärfsten Sehpunkt der Netzhaut, stark eingeschränkt.


Die Betroffenen sehen möglicherweise fleckig, verzerrt, verschwommen oder wellig und das Bild kann unregelmäßig erscheinen.


Mögliche Behandlung für diabetisches Makulaödem


Veränderungen des Sehvermögens sind zunächst nicht wahrnehmbar, daher ist eine regelmäßige Kontrolle durch Ihren Augenarzt wichtig. Diese untersucht den Augenhintergrund und kann Veränderungen frühzeitig erkennen. Achtung: Hier reicht es nicht, zum Augenarzt zu gehen. Stellt der Augenarzt DME fest, sind regelmäßige Kontrollen und vor allem ein rechtzeitiger Behandlungsbeginn wichtig. Behandlungstermine sollten regelmäßig eingehalten werden. Hier empfiehlt sich die Behandlung mit einem Wirkstoff, der den Wachstumsfaktor VEGF im Auge hemmt, sodass unerwünschtes Blutgefäßwachstum gestoppt wird. Das Medikament wird direkt ins Auge gespritzt. Es ist ermutigend, dass der Sehverlust aufgrund von DME durch dieses routinemäßige, normalerweise schmerzlose Verfahren gut mit Medikamenten behandelt werden kann.


Beachtliche Erfolge


Regelmäßige Behandlungen sind auch für Hedi E unerlässlich. Dies ist dafür verantwortlich, dass sie ihren vielfältigen Hobbies wieder nachgehen kann. Sie liest gerne, leitet eine Senioren-Gesangsgruppe, lässt ihrer Kreativität beim Malen freien Lauf und genießt die Sonne in ihrem Garten – hier pflegt sie ihren Teich und schmückt ihre Blumen. Auch Autofahren ist für sie kein Problem mehr. Sie mag es einfach nicht, abends im Dunkeln und bei sehr feuchten Bedingungen zu fahren. Sie weiß aber auch, dass regelmäßige Kontrollen wichtig sind und sie ihre Behandlungstermine wahrnehmen muss. „Ich halte meine Untersuchungs- und Behandlungstermine sehr strikt ein und der Augenhintergrund wird regelmäßig kontrolliert. Deshalb gehe ich so gerne wieder meinen Hobbys nach.“


Initiative „Al-Ain Al-Sukkarah“ – informieren und austauschen


Die Initiative Augendiabetes des Berufsbildungszentrums für Blinde und Sehbehinderte (BFW Düren), der Initiativkreis zur Früherkennung diabetischer Augenerkrankungen (IFDA), die Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Auge (AGDA) und Bayer bieten nützliche Informationen, Services und Beratung über Augenkrankheiten Diabetes und Augen. Außerdem finden Sie eine Reihe von persönlichen Videos mit vielen Tipps zur Verbesserung Ihres täglichen Lebens und die Möglichkeit, Patientenhandbücher herunterzuladen.




Die gleichnamige Facebook-Seite der Initiative www.facebook.com/dasdiabetischeauge Sie hat bereits mehr als 21.000 Abonnenten. Die Plattform bietet Betroffenen und ihren Angehörigen die Möglichkeit zum Gedankenaustausch.


Weitere Informationen finden Sie unter:
www.das-diabetische-auge.de


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