Energiesparen: Was wir von Japan lernen können

Mit der Reaktorkatastrophe in Fukushima stand Japan bei der Stromversorgung vor einer großen Herausforderung. Nur ein beispielloses Stromsparprogramm kann Stromausfälle verhindern.

Am 11. März 2011 um 14.46 Uhr beginnt vor der Ostküste Japans der Boden zu beben. Das Ergebnis war ein Tsunami – 22.000 Japaner wurden getötet und 470.000 mussten evakuiert werden. Eine weitere Folge des Erdbebens war der Primärausfall des Kernkraftwerks Fukushima.

„Wenn nichts unternommen wird, kommt es zu einer Katastrophe.“

Tokyo Electric Power Corporation, der Betreiber von Fukushima, hatte etwa 40 Prozent seiner Stromerzeugungskapazität verloren – eine Lösung musste her. Ein beispielloses Energiesparprojekt begann mit „Sitsuden“, was „Energieeinsparung“ bedeutet. In den Monaten nach der Katastrophe wurden Rolltreppen in Einkaufszentren geschlossen, die Fließbandproduktion auf ein Minimum reduziert und die berühmten Pachinko-Passagen geschlossen.

Und die Anwohner waren sich einig: „Wir müssen etwas tun, sonst kommt es zu einer Katastrophe“, erinnerte sich Koichiro Tanaka vom Institute of Energy Economics of Japan gegenüber Reuters. Laut Tanaka hat auch großer sozialer Druck eine Rolle gespielt.

Schalten Sie das Licht aus – schalten Sie den Thermostat ein

Tatsächlich war der durch das Worst-Case-Szenario verursachte Blackout der Startschuss für eine großangelegte Energiesparaktion. Tausende Energiesparexperten haben Schulen, Unternehmen und Familien besucht, um auf die Versorgungskrise aufmerksam zu machen.

Die staatlichen Behörden gaben ein gutes Beispiel: In den öffentlichen Gebäuden der japanischen Hauptstadt wurden die Lichter, Rolltreppen und Aufzüge halb ausgeschaltet. Zur besseren Arbeitsteilung wurde Schichtarbeit eingeführt. Unternehmen ergreifen auch eigene Energiesparmaßnahmen – zum Beispiel wurden Lichter und ungenutzte Aufzüge ausgeschaltet. Thermostate wurden eingeschaltet und die Mitarbeiter baten darum, bei hohen Temperaturen leichtere Kleidung zu tragen. Dies sollte die “Cool Biz”-Kampagne der Regierung widerspiegeln.

Der Autobauer Nissan hat den Schichtbetrieb neu organisiert, um das Stromnetz zu entlasten. Die Kaufhauskette Lawson Inc. drehte um Von traditionellen Glühbirnen bis hin zu LED-Leuchten hat das Unternehmen Sonnenkollektoren auf den Dächern seiner Geschäfte installiert. Big Camera, die größte Elektronikkette des Landes, hat fast 90 Prozent der Fernseher in ihren einzelnen Filialen deaktiviert. Grelle und leuchtende Neonreklamen wurden abgeschaltet, Öffnungszeiten eingeschränkt, die Beleuchtung in Geschäften reduziert – Tokio stürzte in fast Dunkelheit.

Hast du etwas mitgebracht?

Studien und Statistiken kamen zu dem Ergebnis, dass der Stromverbrauch im Jahr 2011 um sechs Prozent niedriger war als im Jahr 2010. Obwohl die Sparmaßnahmen aufgrund geplanter Stromausfälle nicht freiwillig waren, gehen Forscher davon aus, dass das kollektive Einsparen von Strom genau das war, was Ausfälle verhindern konnte. Robert Lindner, Politikwissenschaftler an der Universität Kyushu, sieht in einem Artikel – Ware Großer Erfolg der freiwilligen Sparmaßnahmen. Zudem waren die Maßnahmen nachhaltig, sodass der Energieverbrauch auch in den Jahren nach dem Great Crash unter dem Wert von 2010 lag.

Was tut Österreich?

Ebenfalls im Mai dieses Jahres rief die japanische Regierung Einwohner und Unternehmen dazu auf, Energie zu sparen – 15 Prozent müssen in Spitzenzeiten eingespart werden. In Österreich schenkt man sich nicht so viel Aufmerksamkeit. So sprach beispielsweise Energieministerin Leonor Goesler (Grüne). gegen Tempo 100 Es ist auf freiwilliger Basis, wenn es um Energiesparen geht. Einer Energiesparaktion Im Herbst soll es verfügbar sein. Angesichts der Energiekrise forderte jüngst Bundeskanzlerin Caroline Edstadler (ÖVP). Eigenverantwortung “füllt das Leben”.

Österreicher setzen auf Freiwilligkeit

Ob diese „Strategie“ aufgehen wird, ist wahrscheinlich erst im Herbst oder Winter. Einer Umfrage des Linzer Marktinstituts Jedenfalls kamen wir zu dem Schluss, dass 28 Prozent der Österreicher im kommenden Winter die Raumtemperatur um 1-2 Grad senken wollen. Viele Befragte sind übrigens der Meinung, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen bereits umgesetzt werden sollten – 51 Prozent gaben an, einzelne Räume weder im Winter noch im Sommer zu heizen oder zu kühlen. 42 Prozent werden sogar Autofahrten reduzieren und 40 Prozent werden kürzer und kühler duschen. Fast drei Viertel (73 Prozent) befürworten zudem die Freiwilligkeit der Maßnahmen.

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