Evakuierung des Flüchtlingslagers auf Lampedusa – Empörung über Zustände

Aktualisiert am 10.07.2022 um 16:27 Uhr

  • Die italienischen Behörden begannen am Wochenende mit der Räumung des überfüllten und verstreuten Flüchtlingslagers Lampedusa.
  • Das Innenministerium in Rom hatte auf die jüngsten Meldungen und Entwicklungen auf Lampedusa mit entsprechenden Anweisungen reagiert.
  • Die Nachricht über die Zustände in der Aufnahmeeinrichtung löste eine Welle der Wut aus.

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Am Wochenende begannen die italienischen Behörden mit der Evakuierung des überfüllten und verstreuten Flüchtlingslagers Lampedusa Evakuierung. Ein Marineschiff transportierte am Sonntagmorgen 600 Menschen von der kleinen Mittelmeerinsel zwischen Tunesien und Süditalien nach Porto Empedocle auf Sizilien. Dann kehrte das Schiff zurück, um weitere 600 Menschen aufzunehmen. Innenministerium Rom Auf die jüngsten Meldungen und Entwicklungen auf Lampedusa habe er mit entsprechenden Weisungen reagiert. Für den Transport wurde auch ein Schiff der Finanzpolizei angefordert.

Am vergangenen Wochenende wurden im Flüchtlingshotspot 1.800 Menschen gezählt – obwohl im Camp nur Platz für etwa 350 Menschen war. Da in der neuen Woche viele neue Flüchtlinge aus Nordafrika auf Lampedusa erwartet werden, muss das Camp so schnell wie möglich geleert und gereinigt werden. Spätestens am Dienstag sollten alle Menschen auf andere Lager in Italien verteilt werden, kündigte der Gouverneur von Agrigento auf Sizilien, dessen Provinz zur Insel Lampedusa gehört, laut der Nachrichtenagentur ANSA an.

Evakuierung des Flüchtlingslagers auf Lampedusa

Die Nachricht über die Zustände in der Aufnahmeeinrichtung löste eine Welle der Wut aus. Der ehemalige Bürgermeister von Lampedusa, Jose Nicolini, postete Fotos und ein Video des Lagers auf Facebook. Man sieht Menschen auf alten Schaumstoffmatratzen liegen, manche draußen, überquellende Katzenklos und Müllberge in den Gängen. Unter den Menschen sind Schwangere und Kinder. „Die Bilder könnten aus Libyen sein. Aber nein, das ist Italien“, schrieb Nicolini.

Flavio Di Giacomo vom Mittelmeerbüro der Organisation der Vereinten Nationen für Migration (IOM) twitterte „Schande über Lampedusa“. Am Sonntag fügte er hinzu, das Problem sei nicht die Zahl der Ankünfte, sondern die Schwäche des Verteilungssystems. Das Innenministerium in Rom hat bis Ende der Woche die Ankunft von mehr als 30.000 Menschen per Boot in diesem Jahr an den italienischen Küsten – einschließlich Lampedusa – registriert. (dpa/ok)
©dpa

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