G7-Gipfel: Cobra und WEGA auch in “enttäuschenden” großen Demos

Beim G7-Gipfel im bayerischen Elmau sorgen am Wochenende Einsatzkräfte aus Österreich für Sicherheit. Das Interesse an der Demonstration war am frühen Samstagnachmittag noch überschaubar: Nach Schätzungen der Polizei waren zunächst etwa 3.500 Menschen anwesend, es wird jedoch mit einem regen Zulauf gerechnet, wobei die Zahl der Demonstranten auf 20.000 geschätzt wird.

Nach Angaben des Innenministeriums wurden, nachdem die bayerische Polizei Österreich um Unterstützung gebeten hatte, 53 Polizisten der Spezialeinheit Wega und 25 Cobra-Truppen in das Nachbarland entsandt. Außerdem werden vier Drohnenoperatoren und einige Beamte der Kriminalpolizei am Tagungsort nahe Schloss Elmau eingesetzt.

20.000 Notdienste existieren

Insgesamt waren am Wochenende 20.000 Einsatzkräfte aus ganz Deutschland im Einsatz. “Das Einsatzkommando Cobra und Wega genießen über die Grenzen Österreichs hinaus höchstes Ansehen. Die Bitte der bayerischen Polizei um Unterstützung bei einer Hochsicherheitsveranstaltung wie dem G7-Gipfel ist ein Zeichen dafür, wie sehr die Professionalität dieser Profis auch im Ausland geschätzt wird”, sagte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) in einer Aussendung.

Die Staats- und Regierungschefs der sieben großen westlichen Industrienationen – die Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Italien, Kanada und Japan – treffen sich von Sonntag bis Dienstag zum G7-Gipfel in Süddeutschland.

Österreich verstärkt seine Kräfte an der deutschen Grenze

Der Einsatz österreichischer Truppen war vom 24. bis 29. Juni geplant. Gleichzeitig bleiben auch in Tirol Sicherheitskräfte aus vielen Bundesländern einsatzbereit – darunter etwa 200 Angehörige von Einsatzkräften aus Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark und Vorarlberg. Wega und Cobra verfügen bereits über operative Erfahrung in Deutschland. Ich war 2017 beim G20-Gipfel in Hamburg.

G7-Großdemonstration: 20.000 Teilnehmer erwartet, langsamer Start

An der zentralen Demonstration des G7-Gipfels in München am frühen Samstagnachmittag nahmen nach Schätzungen der Polizei nur etwa 3500 Teilnehmer teil. Das sagte der Münchner Polizeisprecher Andreas Franken rund eine Stunde nach Beginn der Veranstaltung auf dem Stadion Theresienwiese. Ursprünglich waren mindestens 20.000 Menschen erwartet worden.

Eine Sprecherin der Organisatoren sagte, Schätzungen seien erst nach Beginn der anschließenden Demonstration möglich. Die Versammlung auf der Theresienwiese dient zunächst der Zusammenführung der Teilnehmer. Bei solchen mehrstündigen Vorführungen beteiligen sich viele Teilnehmer oft nur am Ablauf der Veranstaltung.

Aktivisten: „Wir sind enttäuscht“

Einige Aktivisten waren jedoch bereits auf der Theresienwiese überrascht und von der geringen Besucherzahl überrascht. „Wir sind enttäuscht“, sagte Andrea, 46, von Greenpeace Hannover. Es scheint, als seien nur Vereine auf dem Gelände, aber keine Anwohner. „Das Wetter ist nicht so schlecht“, sagte sie. Zu der Kundgebung in München hatten 15 Anti-Globalisierungsverbände von ATAK bis zur Umweltorganisation WWF aufgerufen

Geschäfte schließen, Außenbereiche sind abgesperrt

Im Tourismusort Garmisch-Partenkirchen sind viele Geschäfte und Restaurants wegen des Gipfels geschlossen. Einige Bars hatten bereits am Samstag, einen Tag vor Beginn des Gipfels, geschlossen und ihre Außenbereiche abgesperrt. In vielen Geschäften sowie in einer Bankfiliale hingen Aushänge, dass sie während des Gipfeltreffens geschlossen seien.

Anders als beim letzten G7-Treffen in Elmau vor sieben Jahren gab es zunächst keine großen Hürden oder Barrieren. Viele Anwohner waren 2015 besonders besorgt über die sogenannten Lüftlmalereien an den Fassaden ihrer Häuser. “Diesmal zählen wir auf die Polizei”, sagte ein Souvenirladenbesitzer. Allerdings brachte das auf Oldtimer spezialisierte Auktionshaus schwerere Artillerie. Davor wurden Seecontainer aufgestellt, um die alten Autos zu schützen.

G7 bei Elmo Castle

Der G7-Gipfel findet wie 2015 auf Schloss Elmau in der Region Garmisch-Partenkirchen statt. Vom 26. bis 28. Juni versammeln sich dort die Staats- und Regierungschefs von sieben führenden westlichen Industrieländern und einigen Gastländern. Der G7 gehören neben Deutschland die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan an.

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