G7-Gipfel: Die Welt zu Gast in Oberbayern – Wann was passiert?

Noch vor dem Erscheinen des malerischen Alpenpanoramas rund um Schloss Elmau gibt es für die Gäste des Landes aus aller Welt eine kleine bayerische Tradition: Auf dem roten Teppich stehen bayerische Trachten, Bergschützen und eine Live-Band zur Begrüßung am Flughafen München. Zum zweiten Mal nach 2015 wird die Burg am Fuße des Wittersteingebirges in den nächsten Tagen Schauplatz eines Gipfeltreffens der Gruppe der Sieben, dem Treffen wirtschaftsstarker Demokratien.

Insgesamt 11 Staats- und Regierungschefs werden in den nächsten Tagen von Bundeskanzler Olaf Schulz in Oberbayern empfangen, ebenso wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Russlands aggressiver Krieg gegen die Ukraine wird eines der beherrschenden Themen des Gipfels sein – und in diesem Zusammenhang die Sorge vor einer dramatischen Eskalation der Energiekrise und zunehmender Hungersnöte in Regionen wie Ostafrika. Außerdem gibt es Tipps zum Klimaschutz.

Wer gehört zur G7-Gruppe?

Die Gruppe der Sieben umfasst Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die Vereinigten Staaten von Amerika. Deutschland hat seit Januar den Vorsitz in der Gruppe der sieben Industrienationen inne – also ist Bundeskanzler Olaf Schulz (SPD) Gastgeber des Gipfels. Erwartet werden der französische Präsident Emmanuel Macron, der britische Premier Boris Johnson und der italienische Ministerpräsident Mario Draghi. Die Vereinigten Staaten werden von Präsident Joe Biden vertreten, Kanada wird von Premierminister Justin Trudeau und dem japanischen Premierminister Fumio Kishida vertreten.

Neben diesen sieben Ländern ist auch die Europäische Union als supranationale Organisation Mitglied der G7. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) und Ratspräsident Charles Michel reisen für die Europäische Union nach Oberbayern. Außerdem lud Schulze am Montag Gäste aus Asien und Afrika ein.

Samstag: Große Show in München – Biden und Macron treffen ein

Der G7-Gipfel beginnt erst am Sonntag, einige Gegner des Großereignisses sind seit Freitag im Einsatz – auf einer Wiese an der Loisach wurde bereits ein Protestcamp von der Koalition “Stop the G7” und Entwicklungsorganisationen errichtet veranstalten einen alternativen Gipfel in München. Allein im Raum Elmau wurden nach Angaben des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen etwa zwanzig Aktionen von verschiedenen Veranstaltern angemeldet. Allerdings gibt es rund um den Tagungsort einen streng bewachten Sicherheitsbereich.

Die wohl größte Demonstration findet am Samstagnachmittag in München statt – mit vielleicht mehr als 20.000 Teilnehmern. Der Demonstrationszug, der in Theresienstadt starten wird, trägt den Slogan: „Klimakrise, Artensterben, Ungleichheit: Gerechtigkeit geht auch anders!“. Veranstalter ist ein Zusammenschluss von mehr als 15 zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter die evangelische Hilfsorganisation „Brot für die Welt“, Oxfam Deutschland und Umweltorganisationen wie Greenpeace, WWF und Bund Naturschutz in Bayern und Naboo.

Außerdem werden am Samstag die ersten Staatsgäste eintreffen. Präsident Macron wird heute Abend am Münchner Flughafen erwartet. Später wird US-Präsident Biden landen und vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) begrüßt werden.

  • BR24 Lebe an die Spitze: Alle wichtigen Infos um 14 Uhr („G7-Gipfel – Was können wir erwarten?“), 19 Uhr („Der Tag vor dem Gipfel“) und 22 Uhr („G7-Gipfel – Biden landet mit Air Force One“) bei BR24live .

Sonntag: Schultz trifft Biden, Gipfel beginnt – Show in Garmisch

Weitere G7-Staats- und Regierungschefs werden am Morgen in Bayern eintreffen, darunter Premierminister Johnson. Vor Beginn des Gipfels sind bilaterale Gespräche zwischen Bundeskanzler Schultz und US-Präsident Biden geplant. Die Bundesregierung erklärte, dass neben den deutsch-amerikanischen Beziehungen auch Themen behandelt werden sollten, “die auf den G7- und nachfolgenden Nato-Gipfeln zu diskutieren sind”.

Am Nachmittag beginnt der Gipfel offiziell – Bundeskanzlerin Schulze wird die Gäste und Partner des Landes auf Schloss Elmau begrüßen. Im Mittelpunkt des ersten Gipfeltages stehen die Weltwirtschaftslage, Klimaschutz, Außen- und Sicherheitspolitik – insbesondere Sanktionen gegen Russland.

Das Bündnis „Stoppt die Gruppe der Sieben Elma“ hat am Sonntag zu einer Kundgebung und Demonstration in Garmisch-Partenkirchen aufgerufen.

  • BR24 Lebe an die Spitze: Alle wichtigen Informationen um 10 Uhr („Ankunft der Staats- und Regierungschefs“), 14 Uhr („Wie funktioniert der G7-Gipfel“), 16 Uhr („Der Club der Sieben und globale Krisen – lohnt es sich?“) und 19 Uhr („Summit Day 1“) bei BR24live.

Montag: Selenskyj und die Ukraine, fünf Gastländer – Marsch der Sterne

Am zweiten Gipfeltag steht zunächst der Krieg in der Ukraine im Mittelpunkt: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist per Videoschalte zugeschaltet. Das Weiße Haus hat bereits angekündigt, dass in Elmau die gegenseitige Unterstützung für die Ukraine erscheinen und der Druck auf Russland zunehmen wird.

Als nächstes wird Bundeskanzlerin Schulze Staatsgäste aus fünf Gastländern begrüßen: Indien, Indonesien, Südafrika, Senegal und Argentinien. „Die G7 ist der Zusammenschluss der wirtschaftlich stärksten Demokratien der Welt”, sagte Schultz. „Die Demokratien der Zukunft liegen in Asien und Afrika.” Deshalb hat er bewusst fünf Partnerländer nach Elmao eingeladen. „Mir ist es wichtig zu zeigen, dass es nicht um den Westen und die Länder der nördlichen Hemisphäre geht, sondern um die Gemeinsamkeiten zwischen Demokratien und unsere Werte. Das wird einer der wichtigsten Momente des G7-Treffens.“

Ein weiteres Thema soll die weltweite Ernährungskrise infolge des Ukraine-Krieges sein. Die Außenminister der Gruppe der Sieben haben am frühen Freitag Russland die Verantwortung für die sich verschärfende globale Hungerkrise übertragen und Moskau zur Kapitulation aufgefordert. Auch über Klimaschutz wird am Montag diskutiert. Schulz hofft hier auf Fortschritte: „Ich schlage einen Klimaclub für all jene Länder vor, die bis Mitte des Jahrhunderts klimaneutral werden wollen, und entwickelt dabei gemeinsame Operationen.“

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