Große Herausforderung – kleiner Fortschritt

Wie schafft das Industrieland Oberösterreich die Energiewende?

Wien Für das Industrieland Oberösterreich stellt die Energiewende eine besonders große Herausforderung dar, da aufgrund der energieintensiven Industrie 24 % des bundesweiten Energieverbrauchs und 29 % der Treibhausgasemissionen auf Oberösterreich entfallen. Rein rechnerisch liegt Oberösterreich beim Pro-Kopf-Energieverbrauch um 45 % über dem Bundesdurchschnitt und weist beim Pro-Kopf-Ausstoß einen Spitzenwert von 15,4 Tonnen CO2 gegenüber dem österreichischen Durchschnitt von 9 Tonnen auf. Die Schwerindustrie ist hauptsächlich für 56 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich. 20 % der Emissionen stammen aus dem Verkehr, 10 % aus der Landwirtschaft, 5,7 % aus dem Bausektor und 5,2 % aus dem Energiesektor.

Der höchste Verbrauch an Kohle und Erdgas in Österreich

Mit einem Endenergieverbrauch von 42 % übertrifft die Industrie in Oberösterreich den Verkehr (27 %) und die Haushalte (22 %). Die Emissionen der Industrie stiegen von 1990 bis 2019 um 22 %, was vor allem auf die energieintensive Eisen- und Stahlindustrie zurückzuführen ist, die in ihren thermischen Prozessen 49 % Kohle und 46 % Erdgas verbraucht. 71 % der in Österreich eingesetzten Kohle wird in Oberösterreich hauptsächlich in Kokereien und Hochöfen zur Eisenverhüttung eingesetzt. Darüber hinaus hat Oberösterreich auch den höchsten Erdgasverbrauch Österreichs, vor allem aufgrund der großen Nachfrage aus der Chemie-, Stahl-, Papier-, Stein- und Erdenindustrie. Fossile Energieträger Kohle, Erdöl und Erdgas machen jeweils knapp ein Viertel des oberösterreichischen Energieverbrauchs aus. Obwohl das Bundesland nach Niederösterreich die größte Menge an erneuerbarer Energie in der Republik produziert, liegt der Anteil erneuerbarer Energie am gesamten Inlandsverbrauch aufgrund seines hohen Energieverbrauchs mit 27,9 % unter dem Bundesdurchschnitt von 32,7 %. Diese Quote liegt seit 2009 zwischen 24 % und 28 %, was hauptsächlich auf die Schwankungen der Wasserkraft zurückzuführen ist.

Steigender Dieselverbrauch, Aufwärtstrend bei Elektrofahrzeugen

Seit 1990 sind die Emissionen des Straßenverkehrs in Oberösterreich durch den verstärkten Dieselverbrauch um 82 % gestiegen. 75 % des Energieverbrauchs im Straßenverkehr werden durch Diesel und 17 % durch Benzin gedeckt. Von den fast 970.000 Fahrzeugen im Bundesstaat sind derzeit 15.141 vollelektrisch oder nur 1,6 %. Immerhin wurden 2021 6.688 E-Fahrzeuge neu zugelassen, der höchste Wert unter allen Bundesländern und eine Ratenvereinbarung von 16 % bei den Neuzulassungen. Das Land Oberösterreich fördert seit Ende 2019 Frachtlösungen im Geschosswohnungsbau.

Holzheizungen sind die klare Nummer eins, wenn es um Raumheizung geht

Im Bausektor wurden die Emissionen seit 1990 um 39 % gesenkt, die drittgrößte Reduktion unter allen Bundesländern. Beim durchschnittlichen Verbrauch für Raumwärme, Warmwasser und Kochen liegen die Haushalte in Oberösterreich mit rund 18.900 kWh im Mittelfeld der Bundesländer. Bei der Gesamterneuerungsrate im Wohnungsbau liegt Oberösterreich deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Holz ist mit Abstand die wichtigste Raumwärmequelle für Haushalte in Oberösterreich, weit vor Erdgas und Fernwärme. 37 % der Raumwärme werden mit Brennholz, Hackschnitzeln oder Pellets gewonnen, und 111.000 Betten verwenden Holz als Hauptheizsystem. 2021 wurden weitere 3.600 moderne Hackschnitzelheizungen installiert, mehr als 2013. Vor allem automatische Kleinfeuerungsanlagen erfreuen sich großer Beliebtheit, rund die Hälfte aller Hackschnitzelheizungen sind bundesweit in Betrieb (27.600 Stück) und mehr als fünf Pellets Kessel (36.900 Stück) in Oberösterreich installiert. Die positive Entwicklung des Marktes wird auch durch technologische Innovationen österreichischer Top-Unternehmen vorangetrieben. Kombiniert mit Biomasseheizungen aus über 500 Biomasse-Nahwärmeanlagen und 18 Holzkraftwerken deckt Biomasse 43 % des Wärmebedarfs von Orten.

Abschied vom Öl: Die Zahl der Ölkessel wurde halbiert

Der Heizölverbrauch im Haushalt hat sich seit 2003/2004 halbiert, wodurch der Heizölanteil am Raumwärmeverbrauch auf 14 % gesunken ist. Auch die Zahl der Ölkessel sank im gleichen Zeitraum um die Hälfte auf 82.000 Heizgeräte. Ölheizungen sind in Oberösterreich seit Mitte 2019 in Neubauten verboten, stark gestiegen sind Wärmepumpen, die in rund 115.000 Haushalten im Einsatz sind und bereits 6,9 % des Raumwärmebedarfs decken. Rund 208.000 Haushalte in Oberösterreich sind an das Fernwärmenetz angeschlossen, der Anteil am Raumwärmeverbrauch beträgt 15 %. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Fernwärmeerzeugung in Oberösterreich ist mit 44 % relativ gering. 41 % der Fernwärme basieren auf Biomasse und 43 % auf Erdgas.

Als größter Erzeuger von Wasserkraft in der Republik beruhigt sich die Windkraft

Oberösterreich verbraucht rund 22 % des gesamten Stroms der Republik, produziert aber auch nach Niederösterreich die zweitgrößte Menge an Ökostrom. Der Ökostromanteil beträgt 73 %. Die Wasserkraft liefert 62 % der Stromerzeugung der Kraftwerke Donau, Traun, Inez und In. Biomasse trägt mit 7,2 % zur Energieversorgung bei: Gitarren aus der Papier- und Zellstoffherstellung (2,7 %) und Holzabfälle (2,4 %) aus Holzkraftwerken leisten den größten Beitrag. Seit der Veröffentlichung von „Oö. Masterplan Windenergie 2017, der großräumige Sperrzonen festlegt, wurden 30 oberösterreichische Windenergieanlagen, die nur 0,6 % des Strombedarfs erzeugen, ohne Neuanlage errichtet, auch 2022 ist nur eine neue 3 MW-Anlage geplant umgesetzt werden Im Windpark Munderfing hingegen hat sich die Strommenge aus Photovoltaikzellen seit 2016 mehr als verdoppelt und stellt 2,9 % der Stromversorgung dar. 2021 wurden weitere 177 Megawatt (+41 %) installiert, Ausbau der Fläche der Photovoltaikmodule auf 4,6 Millionen Quadratmeter – das ist bundesweit der zweite Platz Bis 2030 soll auf 200.000 Dächern jährlich Energie erzeugt werden.

Oberösterreichs Energiestrategie stellt den Arbeitsplatz in den Mittelpunkt

Die Energiestrategie Oberösterreichs zielt darauf ab, das Land als international führende Energieregion zu etablieren. Es gibt kein klares Ziel für die Klimaneutralität, es wird auf das gemeinsame Ziel eines klimaneutralen Europas bis 2050 verwiesen. Die Energiewende muss wirtschafts- und sozialverträglich gestaltet werden. Treibhausgas- und Energieverbrauch sollten nur im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung reduziert werden. Auch die Kostenbelastung von Wirtschaft und Haushalten durch „Gold Plating“ muss vermieden werden.

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Tel: 01/533 07-97-32, 0664/308 2603
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