Honda MotoGP Dilemma: Gigant im freien Fall / MotoGP

Mit Ausnahme von Marc Marquez hat seit fast fünf Jahren kein Fahrer mehr eine Repsol Honda gewonnen. Stammfahrer in der Weltmeisterschaft starten zwischen Platz 12 und 18. Und die Abwärtsspirale geht weiter.

Hondas einzige MotoGP-Erfolgsgeschichte war in den letzten drei Wochen – hoffentlich! Die erfolgreiche Operation von Marc Marquez. Für diese vierte Operation am rechten Oberarm waren jedoch nicht die Teams von Repsol oder LCR verantwortlich, sondern die Ärzte der Mayo Clinic in Rochester, MN/USA.

Nach Hondas erstem Fiasko nach der Siegesserie von Marc Marquez kann man ein wenig Erleichterung über die willkommene Abwechslung fassen, als Joan Mir plötzlich Suzuki und 2021 Fabio Quartararo auf Yamaha ihre Chancen voll ausschöpfen. Inzwischen hat Ducati mit immer mehr Top-Fahrern Siege, Podestplätze und Pole-Positions eingefahren. Die Newcomer KTM und Aprilia standen zuerst auf dem Podium und gewannen dann die MotoGP; KTM hat bisher sechs abgeräumt, Aprilia einen.

West Advances: Von den zehn MotoGP-Rennen im Jahr 2022 hat Ducati fünf gewonnen, KTM eines, Aprilia ebenfalls eines und Yamaha drei.

Für die aktuelle Misere von Honda findet man kaum das passende Vokabular, selbst Begriffe wie Chaos, Panne oder Tiefpunkt beschreiben die Situation nur unzureichend.

Am schlimmsten ist, dass Honda von außen kein Versagen anerkennt. Innerhalb von zwei Jahren gab es keine Stimme der Selbstkritik oder Selbstzweifel.

Nach sechs Titelgewinnen mit Marquez in sieben Jahren von 2013 bis 2019 konnte das Motorrad gar nicht so schlecht sein, zumal Mark nach seinem Comeback 2021 wieder drei Siege einfahren konnte. „Mit einer Hand“, bestätigte Alberto Puig, Teamchef von Repsol Honda, gegenüber SPEEDWEEK.com beim Großen Preis von Deutschland.

Es lässt sich nicht leugnen, dass Honda seit drei Jahren in der Entwicklung der Honda RC213V steckt, nachdem Marquez in dieser Saison 2019 35 Stürze verursachte und dringend ein besser ausbalanciertes Chassis forderte.

Dass Honda in den vergangenen vier Jahren keinen Volltreffer bei der Fahrerauswahl (Jorge Lorenzo, Alex Marquez, Taka Nakagami, Paul Espargaro) hatte, liegt daran, dass im Gegensatz zu allen Konkurrenten ein Blinder zum Stock greift.

In der Zwischenzeit stürzte Honda auf ein unterdurchschnittliches Niveau ab. Nur Fahrer, die arbeitslos wären, wollen die RC213V – wie Joan Mir. Andere Gewinner bleiben lieber bei ihren bewährten Marken.

Das Repsol Honda Team hat sich in der MotoGP von einem Luxustitel in einen heruntergekommenen Slum verwandelt.

Die Statistiken lügen nicht.

Marc Marquez Er hat 2022 noch kein Podium erreicht. Er war 10. bei der Weltmeisterschaft, als er nach dem GP von Mugello seine Sachen packte und sich erneut einer Operation unterzog.

-Paul Espargaro Es begann in Doha mit 3 und ging seitdem bergab. Er sammelte in zehn Rennen 40 Punkte und ist 15. in der Tabelle. Er hat in den vergangenen drei Rennen keine Punkte geholt.

-Taka Nakagami Auf Platz 16 in der Fahrerwertung. In Barcelona stürzte er beim Anbremsen der ersten Kurve, in Sachsen blieb er etwas länger auf zwei Rädern.

– Alex Márquez, Immerhin Moto3-Weltmeister 2014 und Moto2-Weltmeister 2019, während Konkurrenten wie Quartararo, Aleix Espargaró, Rins, Miller, Martin und Oliveira noch nie einen Weltmeistertitel in den Nachwuchsklassen gewonnen haben, hatten sie 2022 nur zwei Top-10-Plätze (1x 7. Platz, 1x 10. Platz) erreicht, sonst belegt er die Plätze 13 bis 15.

-Stephan Bradel Er wurde 2021 Dritter im FP1 beim GP von Jerez und wurde 2020 beim Rennen in Portimão Siebter. In diesem Jahr blieb er in allen vier Rennen ohne Punkte. In Jerez stürzte er während des Rennens zweimal und einmal in Barcelona. In Sachsen verlor der Bayer im Rennen mindestens 52 Sekunden und kam als 16. fast zwei Sekunden in die Runde.

Diese Schlussfolgerung zeigt, dass die RC213V keine Rennmaschine ist, sondern ein Geek und eine Parodie auf eine Rennmaschine.

Ein Blick in die Statistik bestätigt dies. Denn der Sachsenring-GP am Sonntag war für Honda in der ersten Klasse ein negatives Zeichen: Erstmals seit dem Anderstorp-GP am 16. August 1981 hatte kein Honda-Fahrer Punkte abgegeben.

So auch am 9. Mai 1982 in Nogaro/F, allerdings streikten damals die Teams Yamaha, Suzuki und Honda wegen der rutschigen Asphaltoberfläche.

Gänsehaut bekommt jeder Honda-Fan beim Anblick der drei WM-Wertungstabellen.

Weltmeisterschaft der Fahrer: 12. M. Marquez. 15. Paul Espargaro. 16. Nakagami, 18. Alex Marquez. – WM-Team. 8. Repsol-Honda. 10. LCR-Honda. –Markenweltmeisterschaft: 6. Honda.

Ich erinnere mich: Zu Beginn der Viertakt-MotoGP-Ära im Jahr 2002 schrieb Suzukis Top-Chef einmal im Herbst an den jungen 500-ccm-Weltmeister Kenny Roberts und entschuldigte sich für das unterste 990-ccm-V4-Motorrad.

Yamaha-Projektmanager Kouichi Tsuya wandte sich am 11. August 2018 beim Großen Preis von Österreich nach dem Freitagstraining an die Presse und entschuldigte sich für das nicht konkurrenzfähige M1-Motorrad, nachdem Vinales und Rossi auf den Plätzen 11 und 11 mehr als eine Sekunde zurücklagen.

Einige Monate später wurde er durch den neuen Projektleiter Takahiro Sumi ersetzt. Dann stieg es wieder.

Honda neigt dazu, den Fahrern die Schuld zu geben. Aber wer hat sie angeheuert?

Honda: Wann rollen Köpfe?

Als Honda im Februar 2016 bei einem Test in Sepang ins Hintertreffen geriet, weil sie sich nicht rechtzeitig mit der Anpassung und den Mängeln des neuen Magneti Marelli-Standardsteuergeräts befassten, sagte mir ein alter Hase: „Wenn die Fabrik das hat, kann das damit umgehen das Problem, dann Honda.“

Er hatte recht. Mark wurde im ersten Rennen in Doha Dritter und gewann sogar das zweite.

Aber heute, selbst in 12 Monaten, kann Honda keine Verkleidung entwickeln, die Fahrer bei 35 Grad Außentemperatur nicht verbrennt. Das schafft jeder Laie in zwei Monaten.

Im Jahr 2021 musste Paul Espargaro in den Kurven des Rennens immer seinen rechten Fuß vom Rest wegstrecken, um die Schmerzen zu ertragen.

Seitdem hat sich nichts geändert.

Drill Bull berichtete am Sonntag, dass nach einer Stunde Training immer noch 80 bis 100 Grad an der Schwinge gemessen wurden.

Im normalen Berufsleben würden diejenigen, die solches Elend verursacht haben, wegen des Verdachts der vorsätzlichen Körperverletzung zur Rechenschaft gezogen werden.

Tatsächlich sollten die Chiefs beim Qatar Test 2020 bei HRC rollen. Oder nach dem zweiten allgemeinen Rennen von Jerez im Jahr 2020 hatte niemand den Mut, Marc Marquez einige Tage nach seiner Oberarmoperation von der Teilnahme abzuhalten.

Zehn der 20 Grand-Prix-Rennen sind jetzt absolviert, und Honda hat keine Ahnung, wie er das 2022er-Motorrad leistungsfähiger machen kann.

Sie werden ab 2019 oder 2020 nichts mehr aus den Teilekisten kramen können, was Ihnen hilft, 2023 den Weg aus der Abwärtsspirale zu finden.

Einige erfolgreiche HRC-Techniker wurden nach 2017 und 2018 entlassen und wechselten dann beispielsweise zu KTM.
Inzwischen gleicht die Honda-Motorradfahrt einem Selbstmordkommando. Die Ohnmacht von Kwata, Yokoyama und Kokobo steht den wichtigen japanischen Managern selbst überall ins Gesicht geschrieben.

Paul Espargaro (Fünfter in der Weltmeisterschaft 2020 bei KTM mit 3 besten Ergebnissen, bei Honda zwei in anderthalb Jahren) fordert seit anderthalb Jahren mehr Hinterradkontrolle bei Honda. Dieser Wunsch ging offenbar mit der neuen Bike-Fabrik in Erfüllung, die in Doha mit Platz drei in die Saison startete. Dann forderte Marc Marquez mehr Gefühl für den Vorderreifen und das Dilemma begann.

Wie auch immer, bei Repsol Honda hat seit 2017 (Dani Pedrosa) außer Marc Marquez kein Fahrer mehr gewonnen. Daran wird sich auch im fünften Jahr nichts ändern.

Wenn HRC-Präsident Yoshishige Nomura nicht bald einen Fuß setzt und Köpfe rollen lässt, wird Marc Marquez bis zum Ablauf seines Vertrages 2024 nie wieder um den Titel kämpfen.

Für bisherige Seriensiege mit Doohan, Rossi und Márquez gilt: Im Motorsport gilt die einfache Regel: Nichts ist so alt und bedeutungslos wie das Ergebnis von gestern.

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