Iron Maiden: Ein Metall ohne Verfallsdatum

Iron Maiden hat sich in den letzten 47 Jahren verändert – und ihre Fans auch. Viele junge Menschen schlossen sich jedoch den Älteren an. Sie haben wahrscheinlich auch die letzte Staffel der weltweit mysteriösen Stranger Things-Serie gesehen. In einer hektischen Szene schreit Saisonfavorit Eddie Monson „This IS music!“ Während er eine Kassette wedelt – Iron Maiden-Album Mind Piece.

Dass gleich drei Songs des fast 40 Jahre alten Albums auf die Setlist der aktuellen Tournee gesetzt wurden, ist kein Zufall oder Populärkultur-Promotion: „Revelations“ lädt seit Jahrzehnten das Live-Publikum zum Mitmachen ein, und die Troopers haben neue Maßstäbe im Heavy Metal gesetzt und in „Flight of Icarus“ durfte Angreifer Bruce Dickinson einen Flammenwerfer schwenken. Außer natürlich glasklarem Sound.

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Große Hits entfachen eine Heavy-Metal-Party

Apropos drei Songs: Auf der aktuellen Tour werden gleich mehrere der aktuellen „Senjutsu“-Alben gespielt. Der Titelsong eröffnete sogar das Konzert und ließ den Abend in Wiener Neustadt eher schleppend beginnen, schrieb APA-Journalist Peter Lindner in seinem Bericht über das Konzert. Nach ‘Stratego’ und ‘The Writing on the Wall’ hat die letzte Scheibe tatsächlich gefrühstückt, was man im ersten von mehreren Bühnenwechseln sehen kann – und die Heavy-Metal-Party zündet so richtig mit den Hits, die die Band so groß und so machen sie müssen allein sein. Verpassen Sie kein Konzert.

Wer zu Iron Maiden kommt, weiß, was geboten und auch gebraucht wird: Publikumskritiken zu „Blood Brothers“ und „Fear of the Dark“ sind ebenso gut wie der Hit „Hallowed Be Your Name“ von Dickinson, der den Bildschirmen ewige Leichtigkeit verleiht. Iron Maiden entspannt nicht nur auf dem Programm, auch auf der Bühne hat die sechsköpfige Truppe sichtlich Spaß: Die vierköpfige Gitarren- und Bassgruppe sowie der gerade 70 gewordene Nicko McBrain spielen Schlagzeug.

eddy Maskottchenband als Marke

In Würde altern im Metallhandel? Das funktioniert zum Beispiel, wenn man genug Selbstironie mitbringt. Wenn das Maskottchen der Band, Eddie – diesmal als Samurai verkleidet – immer noch in einer Drei-Meter-Version die Bühne heimsucht, liegt es an Dickinson, sich dagegen zu wehren. Die vermeintliche 80er-Horrorshow – als besorgte Bürger für „The Number of the Beast“ auf die Barrikaden gingen – hat sich längst zu einer Marke einer Band entwickelt, die sich sicherlich nicht zu ernst nimmt, aber eindeutig Spaß an herausfordernden Szenen, polyphonen Soli hat und Theateraufführungen blumig;

Genauso wie das Publikum, das zwei Stunden später in der Nacht entlassen wird. „Immer auf die helle Seite des Lebens schauen“, der Putzer, der piepst, wenn nach einer Iron-Maiden-Show das Licht angeht, ist dort eigentlich nicht gefragt.

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