Johnsons Nachfolger: der neue britische Premierminister bis zum 5. September

Stand: 11.07.2022 21:58

Die britische Konservative Partei will bis zum 5. September einen Nachfolger für Premierminister Johnson ernennen, der seinen Rücktritt angekündigt hat. Bewerber müssen sich einem komplexen Auswahlverfahren stellen. Bisher haben sich elf Interessenten beworben.

Der Nachfolger des scheidenden britischen Premierministers Boris Johnson wird am 5. September bekannt gegeben. Das teilte die regierende Konservative Partei in London mit. Johnson hatte am vergangenen Donnerstag nach einer parteiinternen Rebellion und einem Massenausstieg im Regierungsapparat seinen Rücktritt als Parteichef angekündigt, was auch das Ende seines Regierungsamtes bedeutet. Er kündigte zudem an, bis zur Wahl eines neuen Parteivorsitzenden im Amt zu bleiben.

Komplexer Abstimmungsprozess

Graham Brady, Vorsitzender der für die Wahlen zuständigen Kommission, sagte, dass jeder, der als Nachfolger von Johnson kandidiert, nicht nur acht, sondern mindestens 20 Unterstützer aus seiner Fraktion haben muss, um am Auswahlverfahren teilnehmen zu können. Bewerbungen werden den ganzen Dienstag über entgegengenommen.

“Ich hoffe es geht schnell”

Die ersten beiden Wahlgänge in der Fraktion sind für Mittwoch und Donnerstag dieser Woche angesetzt. Nur diejenigen mit mindestens 30 Stimmen von konservativen Abgeordneten werden die erste Runde überleben. Brady zeigte sich zuversichtlich, dass die Zahl der Bewerber dann auf zwei reduziert werden könne. „Ich hoffe, dass es relativ schnell geht“, sagte er.

Wenn nicht, wird das Verfahren wiederholt, bis nur noch zwei Kandidaten übrig bleiben. Bis zum 5. September müssen die Parteimitglieder dann per Briefwahl entscheiden, welcher der verbleibenden Kandidaten Johnson als Parteivorsitzender der Konservativen und damit Premierminister nachfolgen wird.

Elf Bewerber

Bisher haben sich elf Politiker als Bewerber registriert. Unter den Kandidaten sind Rishi Sunak und Sajid Javid, deren Rücktritte von den Finanz- und Gesundheitsministern zu einer Rücktrittswelle von mehr als 60 Regierungen führten. Auch die amtierende Außenministerin Liz Truss kandidiert für die Nachfolge von Johnson.

Johnsons dreijährige Amtszeit war geprägt vom Brexit, dessen Umsetzung eines seiner großen Wahlversprechen war, den Folgen der Corona-Pandemie und vielen Affären und Skandalen, die letztlich zum politischen Ende des umstrittenen Premierministers führten.

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