Jubiläumsfest 150 Jahre Stadttheater Gmunden

Gmunden. Mit einem Jubiläumsfest „150 Jahre Stadttheater Gmunden“ wurden die Salzkammergut Festwochen Gmunden 2022 offiziell eröffnet.

Was für eine Party! Es war ein ganz besonderer Abend, die Salzkammergut Festwochen Gmunden präsentierten sich zum ersten Mal und so feierten wir nicht nur das geschätzte Haus am Traunsee sondern auch ein Konzert. Musikalische Freunde um die Geigerinnen Maria Ehmer und Anna Knopp aus Ohlsdorf spielten und begeisterten das Publikum mit Werken von Richard Strauss (Sixta für Akkorde aus der Capriccio-Oper, Zitat 85 (1941), Johannes Brahms (Allegro non troppo aus dem Sextett Nr. 2), zit 36 (1864/) 65) und Erich Wolfgang Korngold (Epilog aus dem Sextett Nr. 10 in D-Dur (1916).

Zu seinem 125. Geburtstag werden wir Eric Wolfgang Korngold in diesem Jahr auf vielfältige Weise ehren: Wenn zum Beispiel Klaus Maria Brandauer beim Lesen mit Musik Einblicke in diese wunderbare Künstlerfigur gibt „Alles nur ein böser Traum?“. Am 13. August zeichnete er anhand bekannter und unbekannter Quellen ein interessantes Bild. „Was für ein unglaublicher Komponist, als Wunderkind gefeiert, Auftragswerke der berühmtesten seiner Zeitgenossen fordernd, hat er neben seiner Arbeit als klassischer Komponist und seinem weltweiten Erfolg Die tote Stadt die Filmmusik in Hollywood um- und umgestaltet “, sagt Christian Heck, künstlerischer Leiter der Salzkammergut Festspiele in Gmunden. Mit der neuen Reihe Komponisten im Fokus möchten die Festwochen die Musiker, die mit ihrer Arbeit und dem Leben dahinter eng mit der Region verbunden sind, näher in den Blick nehmen.

Der Schöpfer des Theaters – Klaus-Maria Brandauer, der Goethes Vorwort zum Leben erweckte – war gestern besonders begeistert von einem Stück, in dem der Theaterregisseur, Dichter und Humorist, also ein Schauspieler, darüber streitet, was Theater zum Leben und Leben braucht Wirkung zeigen. Eine wunderbare Arbeit, die geschaffen wurde, um das Theater zu feiern. Was Theater bedeuten könnte und wie die Salzkammergut Festwochen Gmunden künftig darin angesiedelt sein werden, fasst die ehemalige Intendantin des Burgtheaters, Karin Bergmann, die in diesem Jahr die Literatur- und Theaterabteilung der Festspiele verantwortet, unter zusammen Der Titel „Theater ist ein jahrtausendealter Irrweg, der die Menschheit fasziniert hat.“ , auszugsweise aus Thomas Bernhards Theatermacher, reflektierte nicht nur die Bedeutung des Theaters, sondern erzählte auch, wie sie das Theater in ihrer Jugend erlebte: „(…) wie anregend, inspirierend und spannend, wenn es öffentlich, auf der Bühne, von lebendigen Menschen verhandelt wird, und Ideen die kühnsten, die geheimsten Sehnsüchte, die größten inneren Bedürfnisse offen ausgesprochen werden, und man begreift, dass alle Gedanken menschlich sind, nein Egal, ob man sich schämt oder sie verwirrt, man erkennt die Kraft, die die Theaterkunst in sich trägt. Man lernt, über das, was man aufgenommen hat, nachzudenken, mehr nachzudenken und die Schnittmengen zwischen sich und der Welt zu verstehen.“

Schnitzeler Fokus

Herzensprojekt: Das Theater wieder zum Leben erwecken! Auch für Schnitzler gibt es einen eigenen Schwerpunkt. Vor 125 Jahren fand im Beisein des Autors die österreichische Erstaufführung von Schnitzlers Freiwild im Stadttheater Gmunden statt. Auch dieses Jahr präsentieren wir dieses Stück wieder. Die junge Regisseurin Anna Stepani bereitet das Drehbuch als szenische Lesung mit einer großen Gruppe bestehend aus Studierenden der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und berühmten Schauspielern wie Marie-Louise Stockinger und Marcus Hering vor.

Mit weiteren ausgewählten Werken von Arthur Schnitzler beleben wir das Stadttheater und ganz Gmunden in diesem Sommer wie seit Jahrzehnten. Im Mittelpunkt steht die Aufführung seines Skandalstücks Reigen. Am 23. Juli feiern wir die Premiere der Produktion des jungen österreichischen Regisseurs Franz Xaver Mayer. Arthur Schnitzler erzählt vom Suchen, Verführen, Finden und Verlieren heterosexueller Beziehungen, die seine zehn Figuren ins Wanken bringen. Als zentraler Text der Moderne überträgt Reigen den großen Aufruhr unter den Menschen in ein szenisches Rondo, das nichts von seiner Schärfe und seinem Witz eingebüßt hat.

Eines war gestern ganz klar: Theater lebt von der Seele, die es erfüllt. Von den Menschen, die es leben, auf der Bühne und im Publikum. Über den Austausch und die Energie zwischen Menschen.

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