Kiew: Weißrussland hat Raketen auf die Ukraine abgefeuert

Ukrainische Quellen berichteten, dass am Samstagmorgen Raketen aus Weißrussland auf das Grenzgebiet bei Tschernihiw abgefeuert wurden. Gegen 5.00 Uhr morgens (4.00 Uhr MEZ) sei die Region Tschernihiw einem schweren Raketenangriff ausgesetzt gewesen, teilte das Nordkommando der ukrainischen Armee auf Facebook mit. In der Erklärung heißt es, dass “20 Raketen” vom belarussischen Territorium und aus der Luft auf das Dorf Desna abgefeuert wurden. Es gab also keine Verletzten.

Online seit heute 9.12 Uhr

Das ukrainische Militär sagte, die Infrastruktur sei bombardiert worden, ohne anzugeben, ob es sich um militärische Infrastruktur handele. Das Dorf Desna, das vor dem Krieg 7.500 Einwohner zählte, liegt 70 Kilometer nördlich von Kiew und gleichzeitig 70 Kilometer südlich der weißrussischen Grenze.

Die Angriffe erfolgten vor einem Treffen zwischen Kreml-Präsident Wladimir Putin und dem weißrussischen Gouverneur Alexander Lukaschenko am Samstag in St. Petersburg, Russland. Für Donnerstag und Freitag ist ein Besuch des russischen Außenministers Sergej Lawrow in Weißrussland geplant. Vor allem in den ersten Kriegswochen diente Weißrussland als Rückzugsort und logistischer Stützpunkt für die russische Invasion in der Ukraine. Lukaschenko ist ein Verbündeter des russischen Präsidenten Putin.

Kiew: Behalten Sie die Versorgungsroute in Richtung Lysychansk bei

Nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte wurden die Angriffe auf eine wichtige Versorgungsroute auf die Stadt Lyschansk im Osten des Landes abgewehrt. “In Richtung Bakhmut haben die ukrainischen Kämpfer die Offensive der feindlichen Infanterie zwischen den Dörfern Wolodymyrivka und Pokrovsky gestoppt”, sagte der ukrainische Generalstab am Samstag. Eine wichtige Versorgungsroute führt von Bakhmut nach Lyssychansk durch die oben genannten Dörfer.

Die Stadt selbst, die nach dem weitgehenden Rückzug der Ukrainer aus dem benachbarten Sewerodonezk zum nächsten strategischen Ziel der Russen wurde, steht noch immer unter schwerem Beschuss. Sowohl die Artillerie als auch die russische Luftwaffe feuerten auf Lysychansk. Darüber hinaus erklärte der russische Generalstab, dass russische Streitkräfte “versucht haben, die Stadt von Süden her zu blockieren”. Die russische Armee hatte zuvor angekündigt, dass Lysychansk von Süden her blockiert sei.

Es gab auch Angriffe auf die Komplexe Slovjansk – Kramatorsk – Kostyantynivka. Laut Lagebericht wurden die Versuche des russischen Sturms von Norden und Süden abgewehrt.

Nachts landesweiter Unwetteralarm

Auch im Süden des Landes versuchten die Russen erfolglos, ihre zuvor in der Region Cherson verlorenen Stellungen durch einen Gegenangriff zurückzuerobern. In der Schwarzmeerregion, die in den ersten Kriegstagen von Russland besetzt war, starteten die Ukrainer kürzlich eine begrenzte Offensive und eroberten einige Städte zurück. Aber bisher waren diese Gebietsgewinne nicht von strategischer Bedeutung.

Laut Lagebild wurde in der Nacht zum Samstag landesweit Luftalarm gegeben. Laut der ukrainischen Nachrichtenseite 24tv wurden Explosionen aus der Stadt Saporischschja im Südosten des Landes sowie aus der Stadt Dnipro in der Zentralukraine gemeldet. Der genaue Hintergrund war zunächst verschwommen.

Am Samstagmorgen sollen bei einem russischen Raketenangriff auf eine Militäranlage im westukrainischen Gavoriv vier Menschen verletzt worden sein. Der Gouverneur der Region Lemberg, Maxim Koszyzky, sagte in einer Videobotschaft, dass russische Streitkräfte sechs Raketen aus dem Schwarzen Meer abgefeuert haben. Vier Raketen trafen die Basis, und zwei ukrainische Luftverteidigungen fingen sie ab und zerstörten sie. Bei einem russischen Angriff auf ein ukrainisches Militärausbildungslager in der Nähe von Yavoriv im März wurden nach Angaben der Behörden 35 Menschen getötet und mindestens 130 verletzt.

Debatte: Was kann Russland zum Frieden bewegen?

Russlands Angriffskrieg in der Ukraine wird unerbittlich geführt. Erste Friedensverhandlungen wurden eingefroren. Wie ist die Bewertung der Reaktionen des Westens bisher? Welche Chancen hat die Diplomatie jetzt? Was kann Russland in Richtung Frieden treiben?

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