Klavierquintett op. 34, Streichquintett op. 111, Pavel Haas Quartet, Boris Giltburg an einem Fazioli-Flügel und Pavel Nikl Viola; SupraphonOnline-Tag

CD JOHANNES BRAHMS: Klavierquintett op. 34, Streichquintett op. 111, Pavel Haas Quartet, Boris Giltburg an einem Fazioli-Flügel und Pavel Nikl Viola; Sopraphon

Die Kammermusik von Brahms gehört vielleicht zum Besten, was die Musikgeschichte auf diesem Gebiet hervorgebracht hat. Absolute Musik, ja, aber immer noch von sehr zusammenhängenden individuellen Gefühlen durchdrungen, aus denen Sie wahrscheinlich auch versteckte Liebesgeschichten und Bindungen hören werden. Musikalische Inspiration trifft auf aufwändige künstlerische Bearbeitung und unerwartete Motivvariationen mit teils folkloristischen Themen. Schubertsche Melodien sind fröhlich und hyperchromatisch. Die Düsternis ist da, die feinste kontrapunktische Kunst da draußen. Intimität fügt sich nahtlos in die symphonisch gestalteten Strukturen ein. Schließlich führten Prüfungen und Prüfungen zu Wundern.

All das zeichnet sie aus Klavierquintett in f-Moll op. 43Seine Geschichte verläuft in drei Phasen. Ursprünglich wollte Brahms ein Streichquintett mit zwei Violoncelli nach Schuberts Vorbild schreiben. 1864 adaptierte er den Entwurf als Sonate für Klavier, nicht zuletzt dank seiner Freundschaft mit Clara Schumann. Clara war vielleicht nicht so begeistert von dem Ergebnis, wie sie dachte (“viele der besten Ideen” gingen in der Kurzfassung verloren). Auch Hermann Levy ging mit seinem Urteil in diese Richtung und schlug eine Adaption von Streichquartett und Klavier vor. Bis Oktober 1964 hatte Brahms sein brillantes Quintett am Klavier vollendet.

Allegro non troppo kommt mit 15 Minuten Spielzeit als große Symphonie daher. Streichquartett und Klavier jagen atemlos durch Felder und Obstplantagen, die Felder schwanken, und das ungezähmte Thema, immer wieder komisch hin und her geschoben, peitscht den Zuhörer durch ein Sternenhagel mit polarisierenden Empfindungen. In Coda wird das modifizierte Hauptthema angenehm kombiniert. Das Klavier singt Ländlers Ton, als Gegenrhetorik hören wir eine fröhliche Melodie in den Streichern des Andante, bevor das Scherzo sehr wagnerisch und sehr romantisch zu wirken beginnt. Offiziell basiert es auf dem Scherzo aus Beethovens Fünfter Sinfonie, wer in stampfenden Rhythmen Parallelen zu Wagners „Rheingold“ sieht, irrt nicht. Aber es wäre nicht Brahms, wenn uns die Schubertisch-Bayreuther-Mischung nicht irgendwie ganz anders berührt hätte und nicht in einer Stretta bei 6/8 gelandet wäre.

Dieses wütende und sensible Werk, ohnehin voller Widersprüche, ist eine meiner Lieblingskompositionen von Brahms. Umso mehr, wenn es leidenschaftlich interpretiert wird, rustikal, bohemisch, tänzerisch, voller süßer Geheimnisse im Andante con poco und mit dem Genuss berühmter Dramen wie hier in dieser perfekten Aufnahme mit Pavel Hass-Quartett Der russisch-israelische Pianist Boris Gilberg als homogene Partner. Sie alle halten die vielen Töne des Tons fest zusammen, und die Fliehkräfte der Musik gewinnen trotz des lebhaften Rhythmus nie die Oberhand. Giltburg erwies sich mit seinem talentierten und bescheidenen Musiker einmal mehr als einer der führenden Pianisten seiner Generation. Sein Spiel bleibt organisch und natürlich, während andere nach Wirkung streben. Giltberg sieht Einfallsreichtum nicht als Pyromanie in einem drittklassigen Thriller, sondern als erweiterten Ausdruckswillen. Wer sich für diese CD begeistert, sollte die Erstausgabe von Pavel Haas Quartet und Boris Giltburg auf Supraphon mit Klavierquintett Op. 81 und Streichquartett op. 97 Empfohlen von Anton Dvorak.

Das Album wartet aber noch Streichquintett in G-Dur op. 111 von Johannes Brahms. wer – was Pavel Hass-Quartett Und der Geiger Paul NickelMit dieser „schöpferischen Komposition, diesem musikalischen Budget des 57-jährigen Komponisten“ (Vlasta Reitterová) beschäftigt er sich, als Mitglied der Formation selbst, wie mit einem Klavierquintett. Die Atmosphäre dieses Wiener Stücks changiert zwischen prickelnder Freude und trister Gelassenheit, der Bogen spannt sich von einer isolierten Träne auf rosafarbenem Grund bis zur Erkenntnis der Hoffnung. Es schließt mit einer raffiniert ikonischen Stretta nach ungarischen Csardas. welche Art von Musik. Was für ein großartiger Interpret, der selbst im windigsten Furioso eine konsistente Skala beibehält.

Dr. Engubert Waltenberger

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