KRONES Aktie steigt: Überraschend starkes Wachstum | 08.02.22

Die starke Nachfrage aus der Getränkeindustrie hält den Verpackungsanlagenhersteller KRONES auf Wachstumskurs.

Nach einer überraschend starken Entwicklung im ersten Halbjahr sieht das Management in diesem Jahr noch gute Chancen, den Umsatz um acht Prozent zu steigern. Dies wird das obere Ende des vorherigen Zielbereichs sein. Beim operativen Ergebnis zeigt sich der Vorstand um KRONES-Präsident Christoph Klink optimistischer, die Auftragsbücher werden immer dicker. An der Börse kam die Nachricht gut an.

Kurz nach Handelsstart auf XETRA stieg die KRONES Aktie um mehr als vier Prozent, konnte dieses Niveau aber nicht halten. Teilweise liegt er noch um 0,75 Prozent im Plus bei 86,85 Euro. Seit Jahresbeginn hat er rund acht Prozent verloren.

Das Bankhaus Metzler hat seine Empfehlung für die KRONES Aktie nach den Quartalszahlen von „Halten“ auf „Kaufen“ angehoben und das Kursziel auf 105 Euro angehoben. Analyst Stefan Bauer schrieb, dass sich der Konzernumbau auszahle. Andere Banken und Analysten haben ihre Kaufempfehlungen wiederholt, schreiben der Zeitung aber bereits Preise um die 120 Euro und mehr zu.

KRONES hat sich im zweiten Quartal durchweg besser entwickelt als von Analysten im Durchschnitt erwartet. Der Umsatz wachse gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf knapp 998 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Morgen in Neutraubling bei Regensburg mit. Das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 44 Prozent auf 88 Millionen Euro. Der Gewinn belief sich auf 43 Millionen Euro, eine Steigerung von 79 %.

Vor neuen Aufträgen kann sich das Unternehmen derweil kaum retten. KRONES hat im zweiten Quartal Aufträge im Wert von mehr als 1,55 Milliarden Euro eingefahren, lag aber leicht unter dem Rekordwert des ersten Quartals. Bis Ende Juni war der Auftragsbestand auf 3 Milliarden Euro gestiegen und damit doppelt so hoch wie im Vorjahr.

Für das Gesamtjahr zeigte sich der Vorstand hingegen zuversichtlicher. Nicht nur das Umsatzwachstum, sondern auch die operativen Margen sollten die im Frühjahr angekündigten maximalen Zielkorridore erreichen.

Damit soll der Umsatz von 3,6 Milliarden im Vorjahr auf rund 3,9 Milliarden Euro steigen. Neun Prozent davon sollen nun als Betriebsgewinn übrig bleiben. Dadurch wird das Betriebsergebnis von 313 Mio. € auf rund 351 Mio. € steigen. Im Schnitt haben Analysten bereits mit Werten in dieser Größenordnung gerechnet.

Inzwischen machen sich auch bei KRONES gestiegene Material- und Versandkosten bemerkbar. Die Produktionskapazitäten seien stabil, aber nicht voll ausgelastet, teilte das Unternehmen mit und verwies auf die weltweite Materialknappheit und angespannte Lieferketten. Dass das Betriebsergebnis dank der gesteigerten Effizienz dennoch gestiegen ist. Darüber hinaus wirkten sich erste Preiserhöhungen positiv aus.

Angesichts hoher Einkaufspreise, des Ukraine-Krieges und hoher Inflationsraten in vielen Ländern sieht das KRONES Management auch Risiken für die weitere Geschäftsentwicklung. Auch die weitere Entwicklung der Corona-Epidemie ist noch unklar. Damit steht die Prognose unter der Bedingung, dass der Krieg in der Ukraine nicht weiter eskaliert, sich die Corona-Lage nicht zuspitzt und es zu keiner nennenswerten Energieknappheit kommt.

Warburg Research belässt Krones auf „Kaufen“ – Ziel 120 Euro

Das Analysehaus Warburg Research beließ KRONES laut Quartalszahlen mit einem Kursziel von 120 Euro auf „Kaufen“. Analyst Stefan Augustin schrieb am Dienstag in einer ersten Reaktion, der Verpackungsanlagenhersteller sei von weiteren Rekordaufträgen positiv überrascht worden. Krones hat die Jahresprognose nicht angehoben, plant nun aber mit dem oberen Ende der Zielkorridore bei Umsatz und operativer Ergebnismarge (Ebitda). Umsatzmäßig klingt das sehr konservativ.

/ stw / jha /

Neuer Transfer (dpa-AFX)

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