Kürzere UVP-Verfahren zur Energiewende – ooe.ORF.at

38 Jahre – so etwas dürfe nie wieder passieren, deshalb forderten sie schnelleres Handeln. Mit Blick auf den beschleunigten Netzausbau solle es das Ziel sein, alle UVP-Verfahren im Energiebereich auf maximal zwei Jahre zu begrenzen, forderte Achleitner von der Bundesregierung. Steinker erklärte, dass 110-Kilovolt-Leitungen wie die des Umspannwerks Brüning aus „physikalischen und elektrischen Gründen“ nicht mit Erdkabeln genutzt werden könnten. 30-kV-Leitungen werden – wo möglich – ohnehin unterirdisch verlegt. Er betonte: „Wer ‚a‘ für Energieübertragung sagt, sollte ‚b‘ für Expansion sagen.“

Neuer Masterplan

Während der „alte“ Masterplan 2028 der drei österreichischen Netzbetreiber Power Grid AG, Netz OÖ GmbH und Linz Strom Netz GmbH 34 Projekte mit Spannungsebenen von mehr als 110 kV und Umspannwerken mit einer Gesamtinvestition von 1 Mrd Masterplan – soll im Herbst vorgelegt werden – Mit Wels Strom und Ennskraftwerke AG soll das Volumen “weit über einer Milliarde” liegen, so Ashleitner.

Apa / Hans Bans

Die Energieübertragung erfordert Infrastruktur, also Leitungen

Der neue Masterplan zielt laut Ashleitner darauf ab, „die notwendige Infrastruktur für die Energiewende von erneuerbaren Energien bereitzustellen und auch den Leistungsanforderungen von Wirtschaft und Haushalten gerecht zu werden“. Es soll auch den massiven Ausbau der dezentralen Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen ermöglichen, die Elektrifizierung von Mobilität und Industrie vorantreiben und die Raumheizung dekarbonisieren.

Schwerpunkte sind die neuen Umspannwerke in den Regionen, Leitungsverstärkungen auf allen Ebenen und die Neukoordinierung von Projekten. Um die Leistungsfähigkeit des Energienetzes zu erhalten, investiert die Netz OÖ jährlich mehr als 100 Millionen Euro.

100.000 elektronische Ladestationen bis 2025

Das „Upper Austria Central Space Project“ hat zum Ziel, den Linzer Standort Vojtalpen mit ausreichend Strom zu versorgen, um mittelfristig die Produktion von „grünem Stahl“ zu ermöglichen. Sie ist aber auch Voraussetzung für alle 110-kV-Kabelprojekte im Raum Linz. Derzeit läuft das Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung.

Bei der E-Mobilität soll das Ziel der Errichtung von mindestens 90.000 privaten und 10.000 öffentlichen Ladestationen in Oberösterreich bis 2025 erreicht werden. Dafür gibt es Bundes- und Landesförderungen.

Elektronische Autoladestation

ORF.at/Georg Hummer

100.000 öffentliche Elektroladestationen werden gefördert

Steinker geht davon aus, dass 2024 mit dem Bau des Pumpspeicherkraftwerks Ebensee begonnen wird, obwohl es sich um einen Tagesspeicher handelt. Die entscheidende Frage ist, wie man den Überschuss für einen längeren Zeitraum, beispielsweise von Sommer bis Winter, lagerfähig macht. Achleitner fügte hinzu, dass dies durch eine europaweite Bevorratung der Chemikalien geschehen solle.

Mehr Wasser und Solarenergie

Zentraler Bestandteil des Gesetzespakets ist die Einführung von Energiegemeinschaften als neue Marktteilnehmer. Die Energie AG plant die Umsetzung von Kraftwerksprojekten in den Bereichen Wasserkraft (Dürnau, Weißenbach / Bad Goisern und Traunfall / Roitham), Photovoltaik (Sonderanlagen, Aufdachanlagen, Ausbau des SolarCampus Eberstalzell, PV-Contracting für Gewerbekunden, Betreuung von Privatpersonen) und Wind Energie.

Film auf der Donau

APA / PHILLIP PROKESCH / PRESSESTELLE BFK UU

Eine sechste Windkraftanlage kommt bis Herbst 2022 in den Windpark Munderfing, Ausbauziel: 500 % gegenüber Status quo. Achleitner und Steinker erklärten, dass das Ausbauziel durch „Re-Energy“ erreicht werde, also durch den Einsatz größerer Anlagen zur stärkeren Ausnutzung einzelner Windkraftanlagen.

Steinker betonte, dass Smart Meter ein wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Energiewende seien (insbesondere für den Bau vieler dezentraler Erzeugungseinheiten). Es ermöglicht den Menschen, in das Netz einzuspeisen, und liefert wichtige Daten für die Planung der Energie AG.

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