Lehrermangel: Bundesweit gibt es Engpässe

In den Wiener Pflichtschulen gibt es gleich viele Online-Bewerbungen wie im Vorjahr, und personell wird es mehr Bewerber als nötig geben. Allerdings wünschen sich immer weniger Lehrkräfte ein volles Engagement in der Lehre, beispielsweise weil sie sich noch nicht bereit fühlen, eine Klasse zu übernehmen. In der Bildungsdirektion geht man davon aus, dass es in den Grundschulen wieder besonders eng werden wird. Um die Engpässe zu füllen, setzt Wien auf studentische oder berufswechselnde Lehrkräfte verwandter Fächer (z. B. Mathematik statt Mathematiklehrer), in weiterführenden Schulen werden die Fächer neu verteilt, in Fach- und Fachschulen wird mit Überstunden umgegangen. In Grundschulen, wo Überstunden nur eingeschränkt möglich sind, wird eine Lieferantenreserve gebildet.

In Niederösterreich ist alles klar

Bildungsdirektor Johann Heuras warnte vor wenigen Wochen vor einem erheblichen Personalmangel in Niederösterreich, auch wegen der vielen Nebenjobs für Bachelorabsolventinnen und -absolventen, die ein berufsbegleitendes Masterstudium absolvieren. Im Bildungsressort herrschte zwischenzeitlich völlige Klarheit: Alle Stellen konnten besetzt werden. Der größte Mangel besteht in Privat- und Mittelschulen. Auf Initiative von Landesrat Christian Techl Hofmeister (ÖVP) wird auch an einem Vorschlag für die künftige Lehrerbildung gearbeitet. In jüngerer Zeit hat sie sich dafür eingesetzt, die Ausbildung auf voraussichtlich fünf Jahre zu verkürzen und Fort- und Weiterbildungen nur noch innerhalb des Berufs zu absolvieren.

Bedarf im Burgenland abgedeckt

Aus dem Burgenland wurden dagegen keine Probleme mit dem Personal gemeldet. In Fächern wie Mathematik, Englisch, Physik, Chemie und Technikpädagogik seien „zusätzliche Bewerbungen wünschenswert“, aber der Bedarf sei bisher gedeckt. Durch die Kooperation mit der privaten pädagogischen Hochschule Burgenland gibt es in den Grundschulen eine ausreichende Anzahl an Bewerbern. Einige Lehrer sind noch in der Warteschleife, aber der Beschäftigungsstatus ist ein laufender Prozess mit Ersatzbesetzungen.

Salzburg rechnet mit Verschärfungen

In Salzburg wird in den Pflichtschulen eine zusätzliche Verschärfung vor allem in den Hauptfächern erwartet, in den Bundesschulen wird es eine Verschärfung in Mathematik, Informatik und Physik geben. Kurzfristig, wenn es zu Engpässen kommt, werden pensionierte Lehrkräfte, Studierende und Zusatzangebote eingesetzt, mittelfristig sollte nach Ansicht von Staatsrätin Daniela Gucci (ÖVP) die Dauer und praktische Bedeutung der Lehrerbildung überdacht werden. Darüber hinaus wird im Sommer eine Informationskampagne gestartet, um Abiturienten für ein Lehramtsstudium zu motivieren.

Manchmal sind Marmeladen in Tirol

Aus Tirol hat das Kultusministerium für das kommende Schuljahr „zeitweise Engpässe“ gemeldet. Lange Zeit gab es nur sehr wenige Bewerber an Pflichtschulen, insbesondere im Tiroler Unterland (Bezirke Kitzbühel und Kufstein, Teile von Schwaz) und jetzt auch in Innsbruck und teilweise Innsbruckland West, an den Bundesschulen in den Bezirken Reutte und Kitzbühel. Um alle Stellen zu besetzen, setzt Tirol vor allem auf Überstunden, die einvernehmliche Arbeitszeiterhöhung bei Teilzeitbeschäftigten und die Einstellung von Schülern höherer Klassen.

Und in der Steiermark wird es eng

Auch in der Steiermark wird es eng, aber laut Bildungsamt kann die Bestellung grundsätzlich gedeckt werden. Wie in den Vorjahren gibt es viele Bewerbungen im städtischen Raum, aber in bestimmten Bereichen, insbesondere in der Peripherie und in einigen Fächern wie Mathematik und Physik, fehlt es an Bewerbungen. Neben den Neuankündigungen werden auch eine Gruppe pensionierter Studierender oder Lehrender, Sonderverträge für Quereinsteiger oder einvernehmliche Stundenaufstockungen genutzt, um die Engpässe zu füllen.

Oberösterreich: Mangel an Pflichtschulen

Laut Bildungsdirektion besteht bereits jetzt ein Lehrermangel im Pflichtschulbezirk in Oberösterreich, besonders betroffen ist das Innviertel. Fächerbezogen bestehen die größten Beschäftigungsprobleme in Deutsch, Englisch, Mathematik, Naturwissenschaften und Sport. Um alle Stunden ausfüllen zu können, erbringen Lehrkräfte Zusatzleistungen und es werden auch Bachelorabsolventinnen und -absolventen eingesetzt.

Kärnten: „Jumpers“ machen Ausfall wett

In Kärnten kann der Bedarf an Bundesschulen überwiegend durch verfügbare Bewerberinnen und Bewerber gedeckt werden, weitere 20 bis 30 Feststellen werden voraussichtlich im Herbst ausgeschrieben. Wie in den Vorjahren gibt es nur sehr wenige voll ausgebildete Lehrkräfte, insbesondere in den Bereichen Kunst- und Werkpädagogik, Musikpädagogik, Bewegung und Sport (Frauen). In den Grundschulen lässt sich erst nach der Stellenausschreibung abschätzen, ob es genügend Bewerbungen geben wird. Gleiches gilt für das Minderheitenschulsystem (zweisprachiger Unterricht in slowenischer Sprache), das in letzter Zeit vom Lehrermangel betroffen ist. Um Fehlzeiten besser kompensieren zu können, werden im nächsten Schuljahr viele „Rotationslehrer“ an Grundschulen eingesetzt und vorsorglich keine Beurlaubung wegen Lohnausfall für das nächste Schuljahr genehmigt. Ob es wieder enger wird, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Pandemie-Lage entwickelt.

Vorarlberg: Die Lage ist seit Jahren angespannt

In Vorarlberg ist die Personalsituation seit mehreren Jahren angespannt, und laut Kultusministerium hat sich die Situation in den Pflichtschulen im Zusammenhang mit dem kommenden Schuljahr nochmals verschlechtert. Von den rund 250 ausgeschriebenen Stellen sind 12 Klassenlehrerstellen in Grund- und Sonderschulen und 17 Fachlehrerstellen in Sekundar- und Schulbezirken unbesetzt. An den Bundesschulen herrscht ein besonderer Bewerbermangel in den naturwissenschaftlichen, praktischen und gestalterischen Fächern sowie im Bewegungs- und Sportbereich. Auch in Vorarlberg begnügt man sich mit zunehmenden Nebenjobs, Zusatzleistungen, pensionierten Lehrkräften, Quereinsteigern und Lehramtsstudenten. Darüber hinaus hat die Bildungsdirektion in letzter Zeit ihre Bemühungen verstärkt, junge Menschen zu gewinnen (Werbung, Schulbesuche, Willkommenszentrum usw.), Lehrer wurden von Verwaltungsaufgaben freigestellt und kleinere Schulen können sich mit anderen Schulen in einem Netzwerk zusammenschließen.

Während in einigen Fächern nur sehr wenige Lehrkräfte ausgebildet werden, melden die Bundesländer nach wie vor mehr Bewerber als offene Stellen in einzelnen Fächern: Bitte warten Sie zum Beispiel auf Lehramtsabsolventen für Fremdsprachen (außer Englisch), Geschichte, Erdkunde, Psychologie und Philosophie. Viele von ihnen absolvieren hier ihr Lehramtsstudium, aber nur wenige Stunden stehen in den Schulen zur Verfügung.

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