Mercedes EQE: Das Ende der Scope-Bedenken

Bei der vollelektrischen Limousine EQE hat Mercedes alles richtig gemacht: Vom Programm bis zur Abstimmung passt alles – und wir haben es mit einer Ladung von Innsbruck nach Wien geschafft.

Wien. Über viele Autohersteller lässt sich sagen, über Mercedes gilt das ganz besonders: Die Stuttgarter waren keine Pioniere auf dem Gebiet der Elektromobilität. Es hat Zeit gedauert, auf den Trend aufzuspringen, und es hat Zeit gedauert, eine eigene Plattform zu entwickeln. Vieles, was derzeit unter dem Elektro-Straßenstar – EQA, EQB oder EQC – steckt, sind Wandler-Verbrennungsmotoren.

Auf der neuen Elektro-EVA-Plattform steht die Oberklasse EQS, bald das vor allem für die USA konzipierte große EQS-SUV, später das EQE-SUV und jetzt der EQE, die elektrische E-Klasse. Das Fazit gleich vorweg: Dieses Auto hat Mercedes Alles ist richtig gemacht. Der EQE ist aktuell eines der besten Elektroautos auf dem Markt, auch wenn er in der riesigen Auswahl mittlerweile kein Alleinstellungsmerkmal mehr hat.

Laden mit 170 kW

Für unser (fast) uneingeschränktes Lob gibt es viele Gründe. Das erste und im Zeitalter der Digitalisierung eines der wichtigsten: das preisgekrönte Programm. Die Sprachsteuerung funktioniert hervorragend, die Bedienung des großen Bildschirms ist schnell und genau, sobald Sie sich daran gewöhnt haben.

Vor allem kalkuliert Mercedes akribisch die nötigen Ladestopps, um von A nach B zu kommen, und die kürzestmöglichen Ladezeiten – neun Minuten auf der Langstrecke, 15 Minuten am Stück – zeigen Ladekosten und annähernden Ladezustand bei der Ankunft prozentgenau im Voraus an. Bei Bedarf kann er bis zu 250 Kilometer an einer DC-Ladestation (Ladeleistung bis zu 170 kW) nachladen, idealerweise in 15 Minuten.

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(c) Die Presse / Clemens Fabry (Clemens Fabry)

Eines kann man beim EQE mit seinem 90,6-kWh-Akku ohnehin vergessen: Reichweitenangst. Wir sind ohne einen einzigen Frachtstopp von Innsbruck ins rund 480 Kilometer entfernte Wien gefahren. Zunächst noch innerhalb der 130-km/h-Toleranzgrenze, wurde die deutsche Kurve für einen kurzen Moment mit 210 km/h überquert, um die behauptete Höchstgeschwindigkeit zu testen, ab Salzburg nur noch 120 km/h. EQE hat diese Geschwindigkeit empfohlen, damit wir das Ziel erreichen können, ohne für den Versand anhalten zu müssen. Und es war.

Verbrauch auf dieser Strecke: 17,6 kWh auf 100 km – bei Außentemperaturen über 30 Grad immer mit Klimaanlage. Ein Kollege aus einer Zeitschrift hat gerade einen EQE ohne Klimaanlage mit einem Verbrauch von knapp über 15 kWh bewegt – und der Kollege ist nicht unbedingt für seinen netten Gasfuß bekannt.

Im Zeitalter der SUVs vergisst man, wie windschnittig Autos sein können. Mit dem EQS brach Mercedes Rekorde mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,20, wobei der EQE bei 0,22 lag. Auch das ist sehr unbedeutend – das ist der Hauptgrund, warum gute Verbrauchswerte erreicht werden können. Mercedes gibt die Reichweite des EQE 350+ nach WLTP mit 639 Kilometern an.

Die Elektro-Limousine wird mit typischen Mercedes-Eigenschaften verschönert: Das Fahrwerk ist im Comfort-Modus angenehm weich und bügelt alle Unebenheiten weg, im Sport-Modus kann man trotz 292 PS nicht rasen, aber die Spreizung ist spürbar.

kurzes Ladekabel

Erwähnenswert ist auch die hervorragende Geräuschdämmung, die zusammen mit den bequemen Sitzgelegenheiten den Eindruck erweckt, man befinde sich in einem gemütlichen Wohnzimmer statt auf der Autobahn, wo Reifen-, Wind- und Motorgeräusche die übliche akustische Szenerie sind. So hört man Vivaldi

Burmester 3D-Surround-Soundsystem. Auch das Lichtspiel im Inneren und das „Walnussholzdeck für Dekorationsartikel“ (Aufpreis 780 €) gefielen uns.

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(c) Die Presse / Clemens Fabry (Clemens Fabry)

Was stört? Die Schieberegler am Lenkrad, mit denen unter anderem die Lautstärke geregelt wird, sind eher Spielerei als Regler, bisherige Druckregler waren präziser. Das Ladekabel ist genau 20 cm lang, wenn man an einer öffentlichen Ladestation in Wien steht und der Anschluss oben ist.

Der Mercedes EQE 350+ kostet insgesamt 72.240 Euro, für die Allradversion (EQE 43 4Matic) müssen Sie mindestens 105.240 Euro einkalkulieren.

[SMGV3]

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