Nomura AM Sensing Unerwünschtes Wachstum der Gewichtszunahme in ESG-Boxen | Märkte | 24.06.2022

Der aktuelle Umfang nachhaltiger Anlagestrategien konzentriert sich klar auf Wachstumsaktien. Dies erklärt auch die starke Performance vieler Nachhaltigkeitsfonds in den vergangenen zwei Jahren. Aber damit ist Schluss – zumindest vorerst.

Alex Rowe, Portfoliomanager für nachhaltige Anlagestrategien bei Nomura Asset Management

© Nomura Vermögensverwaltung

Jetzt, da das Pendel der Anlegerpräferenz in Richtung Value-Aktien auszuschlagen beginnt, benachteiligt die Tendenz zu „sich entwickelnden“ Aktien ESG-Anlagen. Dies sind die Basisdaten für eine von Nomura Asset Management durchgeführte Analyse.

Artikel-9-Boxen sind um fünf Sechstel des Wachstums verzerrt
Die Studie, die Daten von Morningstar verwendet, zeigt, dass 85 Prozent der globalen Aktienfonds, die als SFDR-Artikel-9-Fonds gelistet sind, hinterherhinkende Wachstumsaktien sind. „Die zusätzliche Gewichtung von Wachstumsaktien spiegelt sich daher seit Anfang 2021 in der schlechten Performance von Nachhaltigkeitsfonds wider“, erklärt Alex Rowe, Portfoliomanager für nachhaltige Anlagestrategien bei Nomura Asset Management.

Artikel 9 finanziert fast acht Prozent hinter dem MSCI ACWI über 14 Monate
Laut Daten von Morningstar schnitten nachhaltige Strategien von Ende Januar 2021 bis Ende März 2022 um durchschnittlich 7,9 Prozent schlechter ab als der MSCI ACWI. Von allen untersuchten Fonds schnitten drei volle Quartale schlechter ab als der Index. In den vergangenen 12 Monaten, als wachsende Aktien bei Anlegern noch beliebt waren, übertrafen Artikel-9-Fonds den Index um 5,8 Prozent.

Faktorenanalyse
Die Analyse der von Nomura untersuchten Nachhaltigkeitsfonds weist auch auf eine leichte Tendenz zu Unternehmen mit geringerer Qualität und weniger Stabilität hin, was sich in einer geringeren Gewichtung nach Gewinn und einer Übergewichtung von Unternehmen mit höherer Gewinnvolatilität widerspiegelt.

Altes Denken führt zu technologischer Gewichtszunahme
Portfoliomanager Roe ist überzeugt, dass das gestiegene Gewicht von Technologieunternehmen in Nachhaltigkeitsfonds auf veraltete Denkweisen zurückzuführen ist: „Tatsächlich nimmt man nach traditioneller Denkweise eher Wachstumsaktien, insbesondere Technologieunternehmen, ins Portfolio weil sie selbst aufgrund ihrer Geschäftsmodelle weniger negative Umweltauswirkungen haben als beispielsweise Chemieunternehmen oder Industrieunternehmen.“

Ein neuer Ansatz, der sich auf positive Vorteile konzentriert
Andererseits hält es Rowe für sinnvoll, sich auf Unternehmen zu konzentrieren, die über alle Interessengruppen hinweg einen hohen positiven Nutzen schaffen. Als Beispiel nennt er den Pharmasektor: „Es gibt eine Reihe nachhaltig geführter Pharmaunternehmen, die Behandlungen für schwere Krankheiten entwickeln, sich proaktiv dafür einsetzen, Medikamente zugänglich und erschwinglich zu machen und diese Behandlungen verantwortungsvoll zu bepreisen hohe Qualität und ausgereifte Unternehmen mit attraktiven Bewertungen, die gleichzeitig einen erheblichen positiven Wert für die Gesellschaft bringen.“

Pharma ist in Nachhaltigkeitsfonds fälschlicherweise unterrepräsentiert
Laut Rowe ist der Pharmasektor ein gutes Beispiel für einen Value-Sektor, der nicht zu Unrecht in nachhaltigen Fonds vertreten ist. Sein Fazit: „Es müssen nicht immer grüne Technologieunternehmen oder Zulieferer sein – hochgradig nachhaltige Unternehmen lassen sich auch in anderen Branchen finden.“ (Kilobyte)

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