OMV-Unfall: Vollbetrieb nach Sommer

Für die Dauer der Reparatur wird ein alternatives Versorgungssystem aufgebaut. Diese basiert laut OMV auf drei Säulen: „Nutzung der Kapazitäten des Raffinerienetzwerks des Konzerns, kurzfristige Anpassungen zur Erhöhung der bestehenden Produktionskapazitäten in der Raffinerie und enge Zusammenarbeit mit Partnern, um Engpässe auszugleichen.“

Konkret wurde die kleinere Destillationsanlage produktionstechnisch erweitert und liefert nun 20 Prozent der Gesamtproduktion. Angesichts des Ausmaßes des Schadens an der Rohöldestillationsanlage ist die OMV zufrieden. Die vollständige Wiederinbetriebnahme und Vollauslastung der Raffinerie wird in der zweiten Hälfte des dritten Quartals des Jahres, also im August oder September, erwartet.

Experte sieht „ernsthaftes Problem“

Energieexperte Johannes Benigni sprach angesichts des Vorfalls Anfang der Woche von einem „ernsten Problem für die OMV“. Reparaturarbeiten können Monate dauern, da der Schaden im Kern der Raffinerie entstanden ist, wo das Rohöl verarbeitet wird. Laut Benigni ist der ganze Vorfall eine sehr unangenehme Situation für die OMV. Die Tatsache, dass die OMV auf dem Weltmarkt einkaufen musste, führte zu enormen Kosten.

Bei der Generalüberholung der OMV Raffinerie in Chweichat wurde am 3. Juni die Aussenhaut der Rohöldestillationsanlage beschädigt. Dabei wurden zwei Mitarbeiter leicht verletzt. Ursache war laut Polizei ein Riss im Silo. Der Schaden lag laut OMV im unteren Bereich der Destillationskolonne, an einer laut Ölkonzern „schwer erreichbaren“ Stelle – mehr dazu unter Der OMV-Unfall scheint durch einen Riss im Silo verursacht worden zu sein (ORF.at Nr.; 18.6.2022).

AUA Unfall angeklagt

AUA-Präsidentin Annette Mann nahm am Freitag an der „Ö1 Morgenzeitung“ teil. Es wurde bekannt gegeben, dass die Fluggesellschaft Versorgungsprobleme in der Raffinerie Shuweishat hatte. Nach dem Unfall hat die OMV Fluggesellschaften, darunter Austrian Airlines, eine Tochtergesellschaft der Lufthansa, vom Auftanken vor der Rückkehr nach Österreich suspendiert, um die Nachfrage zu reduzieren und die Situation zu entspannen.

Zu den Kerosin-Versorgungsproblemen der OMV sagte Mann, die AUA sei noch in Gesprächen über eine Schadenskompensation. Aber denken Sie nicht an einen Streit vor Gericht. Versorgungsprobleme werden dazu führen, dass das Flugzeug „vorzeitig“ betankt wird, was das Fluggewicht erhöht und somit zu Mehrverbrauch führt.

Ticketpreiserhöhung

Aufgrund gestiegener Kerosinpreise kündigte MAN am Freitag zudem eine Ticketpreiserhöhung an. Diese Erhöhung beträgt im Nahverkehr wenige Euro und im Fernverkehr 50 bzw. 100 Euro. Personalengpässe wie bei anderen Fluggesellschaften – etwa der Muttergesellschaft AUA Lufthansa – gibt es dank Kurzarbeit und 150 neuen Arbeitsplätzen beim Kabinenpersonal nicht.

In der Vergangenheit hat die AUA bereits mehrere Sparrunden durchlaufen, nun kann nur noch auf Ticketpreise reagiert werden. “Natürlich ist unsere einzige Chance, wieder Geld zu verdienen, die Ticketpreise zu erhöhen. (…) Sie werden spüren, dass das Fliegen auch in Zukunft teurer wird”, sagt Mann. Die Entwicklung wird im nächsten Jahr voll zum Tragen kommen.

Leave a Comment

%d bloggers like this: