Prävention vor Behandlung Work-Life-/Health-Balance

MOB: Apps, die sich mit der psychischen und physischen Gesundheit der Nutzer befassen, waren in Deutschland vor nicht allzu langer Zeit noch nicht sehr beliebt. Wie sehr hat sich diese Situation verändert und wie ist die Situation heute?
Prof. Dr. Kurt Miller:
Apps, die die Gesundheit der Benutzer verbessern sollen, gibt es schon lange. Im deutschsprachigen Raum gibt es rund 3000, die Sie bequem über die App oder den Play Store herunterladen können. Diese Anwendungen müssen keinen Nutzennachweis erbringen, Patientensicherheit und Funktionalität sind nicht pauschal geregelt. Neu sind die sogenannten digitalen Gesundheitsanwendungen, kurz DiGA. Dabei handelt es sich um klassifizierte bzw. zugelassene Medizinprodukte, die auch eine Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) benötigen, damit Krankenkassen die Kosten für digitale Behandlungen übernehmen und Patienten die Apps nutzen können. Die Zulassung ist vom Nutzennachweis aus klinischen Studien abhängig. Bedarf Aggregat Und die Datensicherheit übertrifft das BfArM Datenschutz-Grundverordnung Außen. Stand heute (März 2022) sind 31 dieser streng geprüften und offiziell zugelassenen Apps auf Rezept erhältlich. Sie werden sowohl von Ärzten als auch von Psychotherapeuten verschrieben.

Die Krankheiten, die mit Hilfe von DiGAs behandelt werden, sind vielfältig. Sie fallen in die Bereiche Neurowissenschaften, Innere Medizin, HNO, Orthopädie und Psychologie. Seit Ende letzten Jahres ist die erste und einzige DiGA zur Behandlung urologischer Themen in großem Umfang zugelassen. Es ist klar, dass Kranus Edera Männern mit erektiler Dysfunktion hilft, die Potenz mit einer umfassenden Behandlung zu steigern, die über die Rezept-App kostenlos ist. Allein in Deutschland trifft dies auf schätzungsweise sechs bis acht Millionen Männer zu.

Mob: Was sind die Gründe, die zu diesem Wandel im deutschen Denken und im App-Markt beigetragen haben?
Müller:
Deutschland hat einen europaweit anerkannten Weg gefunden, DiGA als neuen Servicebereich und festen Bestandteil der Regelversorgung einzuführen. Auch hier handelt es sich bei DiGA nicht um Lifestyle-Apps, sondern um zertifizierte Medizinprodukte, die helfen können, die medizinische Versorgung von Patienten auch aus Kliniksicht zu verbessern. Die digitale Medizin kann dazu beitragen, eine moderne und kostengünstige Gesundheitsversorgung zu schaffen. Die Gründe für die Notwendigkeit strukturierten Handelns liegen auf der Hand: Ärzte und Patienten sowie alle anderen Akteure im Gesundheitswesen müssen sich verlässlich über digitale Behandlungen informieren können und eine verlässliche Grundlage für die Anwendung und Verschreibung von Medikamenten haben. Medizinprodukte bedenkenlos. Rechtsgrundlage für DiGA ist das Digitale-Versorgungs-Gesetz (DVG). Sie trat Ende 2019 in Kraft.

MOB: Was sind derzeit die beliebtesten Arten von Gesundheits-Apps? Was sind die beliebtesten auf dem Markt?
Müller:
Für viele Schritte eines Patientenweges gibt es mittlerweile Apps und Apps – von der Terminbuchung über die Sprechstunde bis hin zur digitalen Therapie selbst. Bei DiGA sehen wir die Mehrzahl der bewilligten Anträge in den Bereichen Psyche (zehn), Bewegungsapparat (vier) und Nervensystem (drei, alle Stand 30.03.2022). Unter Anwendung der Wirksamkeit auf ein Rezept für eine umfassende Behandlung der erektilen Dysfunktion ist seit Ende 2021 auch das erste und einzige DGA für urologische Probleme zugelassen.

Mob: In welchen Bereichen gibt es noch Marktlücken?
Müller:
Es gibt noch viele Bereiche, in denen Kliniker und Patienten von digitalen Behandlungen profitieren können. Der große Vorteil ist, dass wir dem Patienten die Behandlung verordnen können, die ihn im Alltag begleitet und ihn dabei unterstützt, aus eigener Kraft eine Verbesserung seines Gesundheitszustandes zu erreichen. Wir alle wissen, dass es oft schwierig ist, die Empfehlungen des Arztes im Alltag umzusetzen. Wie gesagt, im Bereich Männergesundheit und Urologie gibt es derzeit nur Kranus Edera zur Behandlung von erektiler Dysfunktion, also Erektionsproblemen. In der Urologie sind mehr digitale Behandlungen bei Inkontinenz und postoperativer Rehabilitation denkbar.

MOB: Worauf sollten Unternehmen genau achten, wenn sie eine gesunde App entwickeln und auf den Markt bringen wollen? Welche „Basics“ sollten Gesundheits-Apps erfüllen – insbesondere in puncto Bedienkomfort?
Müller:
DiGA muss einen sogenannten positiven Versorgungseffekt nachweisen, also entweder einen medizinischen Nutzen oder eine Struktur- und Prozessverbesserung bezogen auf den Patienten. was bedeutet das? Konkret: Bei Potenzanwendung zeigen unsere Daten einen klinischen Nutzen durch signifikante Verbesserung der Erektion und Lebensqualität. Darüber hinaus zielt die digitale Therapie darauf ab, Patienten verlässliche medizinische Informationen über erektile Dysfunktion zu liefern und so ihr Verständnis für ihre Erkrankung zu erhöhen. Für eine dauerhafte Listung muss dieser positive Display-Effekt durch vergleichende klinische Studien nachgewiesen werden. Da diese Art von Studien sehr aufwändig ist, besteht die Möglichkeit, eine vorläufige Liste aufzunehmen, aber auch hier muss die positive Wirkung der Gesundheitsversorgung bereits durch solide Daten nachgewiesen werden. Darüber hinaus stellt das BfArM hohe Anforderungen und garantiert damit eine hohe Patientensicherheit und einfache Handhabung der Anträge. Als Hersteller bieten wir bei Bedarf auch direkten Service und Anwendungsunterstützung für den Patienten.

MOB: Welche Rolle spielen die Themen „Sicherheit“ und „Datenschutz“ im Bereich der Gesundheitsanwendungen und wie sicher sind sie zum Beispiel vor Cyberkriminellen?
Müller:
Die digitale Transformation des Gesundheitswesens und des Gesundheitswesens bringt zwangsläufig diese Probleme mit sich. Gerade in der Corona-Zeit berichteten die Medien vermehrt über Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen. Mir ist kein Fall bei DiGA bekannt.

Als Hersteller von DiGA unterliegen wir den strengen Datenschutz- und Datensicherheitsanforderungen des BfArM sowie umfangreichen Meldepflichten im Falle einer kritischen Situation. Das Informationstechniksicherheitsgesetz zum Schutz kritischer Infrastrukturen umfasst Teile des Gesundheitswesens sowie die Strom- und Wasserversorgung, Finanzen und Kommunikation. Alle Beteiligten verstehen, dass Sicherheit im Gesundheitswesen oberste Priorität haben sollte. Als Innovatoren und Visionäre hoffen wir jedoch natürlich, dass Gesellschaft und Politik nicht aus den Augen verlieren, wo der Zugriff und das Teilen bestimmter Daten uns helfen kann, die Gesundheitsversorgung zu verbessern.

Mob: Inwieweit spielt künstliche Intelligenz eine Rolle in Gesundheitsanwendungen? Was kann Künstliche Intelligenz generell im Bereich „Gesundheit“ leisten?
Müller:
mir Es spielt eine Rolle bei der Entwicklung von Programmen, die die Grundlage digitaler Therapien bilden. Interessant ist, dass wir mithilfe von Algorithmen und selbstlernenden Systemen Behandlungsinhalte automatisch individualisieren und so an die individuellen Bedürfnisse des Patienten anpassen können. Bei der Behandlung von Erektionsproblemen auf Rezept werden der Trainingsplan, die Intensität und Komplexität einiger Inhalte ständig erstellt und basierend auf dem Feedback des Patienten angepasst. So entsteht ein idealer Trainingsplan, der die Herausforderung des Patienten weder erhöht noch verringert.

MOB: Wie sieht die Zukunft von Gesundheits-Apps aus, auch aus Sicht von Technologien wie Virtual Reality? Wird ihre Akzeptanz weiter steigen und was können sie in Zukunft leisten?
Müller:
Die Grundsätze einer modernen und wirtschaftlichen Gesundheitspolitik lauten Prävention vor Behandlung, Digital vor Ambulant und Ambulant vor Stationär. Es wird erwartet, dass in Zukunft rund 20 Prozent der Leistungen über digitale Gesundheitsangebote erbracht werden. Fakt ist auch, dass digitale Angebote Versorgungslücken schließen können, wo eine perfekte Versorgung bisher nicht möglich war. Unser Beispiel: Bisher wurden Männern mit Erektionsstörungen meist Medikamente verschrieben. Da die erektile Dysfunktion (ED) jedoch eigentlich keine Krankheit an sich, sondern ein Symptom ist, bleibt die zugrunde liegende Krankheit oder der medizinische Zustand, der Erektionsprobleme verursachen kann, bei einigen Patienten unbehandelt. Mit der rezeptpflichtigen Anwendung gibt es nun erstmals eine umfassende Behandlungsmöglichkeit, die die Ursachen beseitigt und so eine langfristige Besserung ermöglicht.

Dies ist nicht nur eine Verbesserung der Situation der Patienten, sondern auch der Ärzte, denen eine solche Behandlung aufgrund von Zeit- und Möglichkeitenmangel bisher nicht möglich war. Generell lässt sich sagen, dass die Akzeptanz bei allen Transformationen steigt, wenn der Nutzen sichtbar wird. Das gilt auch für den Einsatz von Virtual Reality, etwa bei der Behandlung psychischer Erkrankungen oder bei der Ausbildung von Ärzten von morgen, die sich einen virtuellen Praxisraum zunutze machen können.

Bildquelle: Swen Reichhold

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