Psychologie – Die Familiengröße beeinflusst das Denken über das Altern

Wien. Die Familiengröße kann sich später im Leben auf die kognitive Leistungsfähigkeit auswirken. eins im Magazin “Demographie” Laut einer veröffentlichten Studie haben Menschen mit drei oder mehr Kindern im Alter geringere kognitive Fähigkeiten als Menschen mit zwei Kindern. „Der negative Effekt entspricht einem Alter von 6,2 Jahren“, so die Forscher, die für ihre Analyse Daten aus 20 europäischen Ländern, darunter auch Österreich, herangezogen haben.

Mit zunehmendem Alter nehmen kognitive Fähigkeiten wie Verarbeitungsgeschwindigkeit und Gedächtnis ab, und die Abnahmen variieren stark zwischen Individuen und Bevölkerungsuntergruppen. Zu diesen Unterschieden tragen genetische Faktoren ebenso bei wie unterschiedliche Lebenserfahrungen wie Ausbildung oder Arbeit. Auch die Familiengröße kann eine Rolle spielen.

Daten aus 20 Ländern

Der Bevölkerungsökonom Vigaard Scherbeek vom Norwegischen Institut für öffentliche Gesundheit und der Columbia University verwendete zusammen mit Eric Bonsang von der Universität Paris Dauphine Daten aus der Datenbank Health, Ageing and Retirement Survey in Europe (SHARE). Er enthält Informationen zum gesundheitlichen, beruflichen und sozioökonomischen Status älterer Erwachsener aus 20 Ländern. Die Studie umfasste Daten von Personen ab 65 Jahren, die mindestens zwei leibliche Kinder hatten.

Die Ergebnisse zeigen, dass drei oder mehr Kinder im Vergleich zu zwei mit schlechteren kognitiven Fähigkeiten einhergehen. Die Forscher sprechen von einem „kausalen Effekt“, der bei Männern und Frauen ähnlich war und in Nordeuropa stärker war. Dort verringert eine höhere Geburtenrate die finanziellen Ressourcen, während sich die sozialen Ressourcen wie der Umgang mit Kindern dadurch nicht verbessern.

Mehrere Mechanismen

Dafür könnten mehrere Mechanismen verantwortlich sein. Ein zusätzliches Kind verringert das Einkommen der Familie. Finanzielle Sorgen, die aus Unsicherheit resultieren, können zum kognitiven Verfall beitragen. Zudem ist ein weiteres Kind ursächlich mit einer geringeren weiblichen Erwerbsbeteiligung verbunden – während sich Arbeit positiv auf die kognitive Leistungsfähigkeit auswirkt. Schließlich kann der Stress durch zusätzliche Kinder das gesunde Verhalten der Eltern und damit ihre kognitive Entwicklung beeinträchtigen.

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