Reisebestand: Abschiedswunsch, Frust im Bestand

Personalproblem

„Die Reisebranche ist relativ groß und hat viele Teilbereiche: Flüge, Hotels, Reiseveranstalter, Kreuzfahrten und Buchungsplattformen“, resümiert Gabriela Tinti, Leiterin Aktienfonds der Erste Asset Management. Bei den Hotels liegen sie bei rund 70 Prozent der Auslastung von 2019. „Aufgrund der Inflation liegen die Hotelpreise bereits über dem Niveau von 2019. Hotels sind sehr preissensibel und können die Inflation sehr aggressiv passieren.“

In den Jahren 2020 und 2021 haben Hotels stark unter der Pandemie gelitten. Einige hatten dennoch direkte Auswirkungen: Hotelbetreiber auf der ganzen Welt erhielten staatliche Hilfen, Mitarbeiter mussten entlassen werden. Jetzt suchen wir händeringend nach Arbeitskräften. „Das setzt die Unternehmensgewinne unter Druck“, sagt Tinti.

Auch Flughäfen haben ein Personalproblem. Die Menschen haben sich umorientiert und Jobs in anderen Branchen gefunden. Gleichzeitig wird die Industrie nicht bezahlt. Jetzt sieht man, dass Flüge sowohl von Billigfliegern als auch von teureren Dienstleistern wie Lufthansa gestrichen werden. „Auch die Preise für Flugtickets sind stark gestiegen. “Wenn man kurzfristig buchen möchte, sind die Preise derzeit sowieso höher als gut und schlecht. Die Nachfrage ist sehr groß. Die Urlaubslust ist gestiegen.”

besondere Faktoren

Wie immer kann es natürlich auch Sonderfaktoren geben, die die Preise treiben oder dämpfen. Beim Flughafen Wien handelte es sich um ein Pflichtangebot des australischen Fonds IFM Mitte Juni über alle Aktien des Flughafen Wien. Dieser Fonds hielt bereits knapp 40 Prozent am Flughafen Wien, durch Marktakquisitionen ist der Anteil jedoch auf über 40 Prozent gestiegen, sodass für alle Anteile ein Pflichtangebot abgegeben werden muss. Unmittelbar nach der Ankündigung machte die Aktie einen Sprung von 24 Prozent.

Zurück zu den aktuellen geopolitischen Einsätzen – wie erwähnt, sie sind hoch. Hotels und Fluggesellschaften müssen es weitergeben – der Verbraucher muss es bezahlen. Das mag im Sommer positiv klingen, aber das könnte sich im Herbst ändern, wenn eine weitere Covid-Welle kommt oder die Rezessionsängste zunehmen und die Menschen anfangen zu sparen. Deshalb betrachten wir die Reisebranche mit Vorsicht. Wir sehen auch große Unterschiede.”

Ausnahme Spanien

All diese Entwicklungen spiegeln sich in der Performance der Reiseunternehmen wider. Ausnahmsweise habe sich der spanische Markt besser entwickelt, sagt der Experte der Erste Asset Management – ​​konkret mit Blick auf die spanische Hotelgruppe Meliá sowie die ebenfalls in Spanien ansässige NH-Gruppe. „Hier ist die Preisentwicklung seit Jahresbeginn weiterhin positiv“, sagt Gabriela Tinti.

Natürlich bringt der Ukrainekrieg viele Unsicherheiten mit sich. Auf der anderen Seite gibt es keine Touristen aus der Ukraine und Russland. Vielleicht fahren die Russen dieses Jahr lieber in die Türkei oder in den arabischen Raum. „Die dort tätigen Konzerne können natürlich die Ausfälle zum Beispiel in Europa kompensieren“, sagt sie. Auch Asien ist nicht zu unterschätzen – diese Touristen haben die gleiche Kaufkraft. “Chinesische Touristen lassen auch viel Geld im Land – und diese Touristen waren noch nicht dort. Vieles wird davon abhängen, wie weit China Schritte zulässt.” China habe immer noch eine sehr strikte Strategie zur Bekämpfung des Coronavirus All das setzt viele Unternehmen unter Druck. Trotz vieler Unsicherheiten gebe es auch im Kongresstourismus positive Entwicklungen, sagt Gabriella Tinti.

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