„Ring“-Finale bei den Bayreuther Festspielen: Undo the Future – Kultur

Nicht einmal ein Kind überlebt die “Ring”-Serie. Keine Hoffnung, keine Zukunft, keine brennende Götterburg, kein über die Ufer tretender Rhein, nur ein leeres Schwimmbecken mit einem traurigen Teich. Etwas erwartet, nachdem sich zu Beginn von „Rheingold“ schnell abzeichnete, dass auch Kinder nichts Neues schaffen, sondern nur das Trauma der Erwachsenen an die nächste Generation weitergeben.

Angesichts ihres Siegfried-Todes betrachtet Brünnhilde kurz den Auto-da-fé-Klassiker „Götterdämmerung“, einen Kanister Benzin in der Hand, verzichtet aber darauf. Machst du es nicht verderben? Nachdem sie den abgetrennten Kopf ihrer geliebten Grane – Wagners Pferd Walküre, der Freundin der Brünnhilde-Familie von Regisseur Valentin Schwarz – aus einer Plastiktüte gezogen hatte, machte sie sich neben Siegfried auf dem Beckenboden ein Bett. Allgemeine Pause, die Idee der erlösenden Liebe – und das war’s.

Ein Kollege spekuliert, dass Granes Kopf, als sie das Festspielhaus verlassen, ein Zitat aus „Der Pate“ sein könnte, dem Clip mit dem blutigen Pferdekopf im Bett des Filmproduzenten, der der Mafia gehorcht. Hinweise auf den Mafia-Clan gab es in dieser “Episode” genug.

Unterdessen fallen zwei Stürme auf Green Hill. Draußen blitzt es und regnet stark nach einem besonders schwülen Tag im „Ring“; Im Saal geht der Buh-Sturm für das Regieteam weiter. Etwa 20 Minuten lang keuchte, pfiff, kreischte und stampfte das Publikum, was nicht nur Regisseur Schwartz, Bühnenbildnerin Andrea Cosi, Kostümbildner Andy Wiese, Dramatiker Konrad Kohn und viele andere (wie so oft in Bayreuth) mit einem erschreckenden Gefühl erfüllte Wutausbruch Gruselig, aber auch von einigen Sängerinnen ausgebuht, wie etwa Irene Theorin als Brunhild.

Dirigent Cornelius Meister erntete gemischte Kritiken, während Bravo vor allem Nebenrollen hervorhob, Krista Meyer als Waltrot (sie war wirklich cool als Fricka), Albert Dohmen als Hagen und Elizabeth Teague als Gutron.

Wir wollen den Tod von Siegfried: Hagen (Albert Domain, links) und Günther (Michael Kupfer Radecke).Foto: Enrico Naorat / Bayreuther Festspiele

Es war Der 33-jährige Valentine Schwartz hat womöglich mit seinem Pech als Bayreuther Debütant auf der Bühne zu kämpfen. Das Kind fällt tot um, nachdem ihm einer der blutroten Wotans gereicht wurde, dieselbe Göttinnenmaske mit geflügeltem Helm, die den Umschlag des Showbuchs ziert und angeblich aus der Zeit der Premiere stammt, wie mein freundlicher Sitznachbar weiß. „Zurück aus dem Ring“: Hagens letzter Warnruf vor dem Weltuntergang, Vorbote der Löwen auch?

Stephen Gould und Clay Healy sangen Siegfried

Apropos Pechvogel: Nachdem Cornelius Meister zwei Wochen vor Beginn der „Folge“ den Patienten Petary Enkinen gestört hatte, nachdem mehrere Wootan-Sänger abgesagt und Thomas Konechny im letzten Kapitel von „Walküre“ durch Michael Kupfer ersetzt worden war – nach einem erzwungenen Stuhlsturz Auch der als Fitness-Wunderkind gefeierte Stephen Gould (der am Freitag Gunther Entertainment präsentierte) schied in diesem Jahr als “Götterdämmerung” Siegfried aus. Krankheitsbedingt. Vor etwas mehr als einer Woche sang er „Tristan“, am Mittwoch trat sie bei Outdoor Hill auf und steht als Tannhäuser auf dem Bayreuther Montagsplan.

An Goulds Stelle trat der amerikanische Tenor Clay Healy, der zuletzt in Stefan Herrheims „Ring“-Fassung an der Deutschen Oper Berlin zu hören war. Pressesprecher Hubertus Hermann hatte vor der Show mitgeteilt, dass sie am Vortag während seines Urlaubs in Bari bei ihm eingetroffen seien und mit ihm noch intensiv trainiert werde. Ergebnis, die Bilanz für diesen “Ring”? Mehr dazu am Samstagnachmittag.

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