ROUNDUP / Aktien New York Fazit: Konjunkturängste stürzen Technologieaktien | 11.07.22

New York (dpa-AFX) – Neue Konjunktursorgen haben am Montag die jüngste Erholung am US-Aktienmarkt erneut gestoppt. Marktteilnehmer wiesen erneut auf Zins-, Inflations- und Rezessionssorgen hin, die mittlerweile zum Börsenalltag gehören und insbesondere wachstumsorientierte Technologiewerte treffen. Vor der Veröffentlichung wichtiger Inflationsdaten in dieser Woche und dem Beginn der Rechnungslegungssaison für US-Unternehmen beschäftigen diese Befürchtungen die Anleger erneut.

Zudem hat der Fokus auf China die Risikobereitschaft der Anleger gedämpft. Dort erreichte die Zahl der Neuinfektionen den höchsten Stand seit Ende Mai. Die Behörden sprechen von sehr hohen Risiken, was den Markt weiter beunruhigt, da Peking weiterhin an seiner Null-Covid-Strategie festhält. Investoren befürchten vor diesem Hintergrund neue Lieferengpässe, falls die Regierung zur Eindämmung des Virus erneut Lockdowns verhängen muss.

In New York fiel der technologielastige Nasdaq 100 um 2,19 Prozent auf 11.860,28 Punkte. Der marktbreite Index S&P 500 fiel um 1,15 Prozent auf 3.854,43 Punkte. Der Leitindex Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) verlor nach einem kurzen Trip in die Gewinnzone 0,52 Prozent auf 3.1173,84 Punkte.

In der vergangenen Woche erholten sich die wichtigsten US-Indikatoren leicht. Mit dem starken US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag ist die Stabilisierungsdynamik bereits abgeebbt – da viele Börsenmakler die Erwartungen bestätigt sehen, dass die Tore zu einer deutlicheren US-Verknappung geschlossen werdenGeldpolitik weit geöffnet. Dies lässt jedoch auch Bedenken aufkommen, dass die Geldregulierungsbehörden überschießen und damit der Wirtschaft schaden könnten und dass Aktien im Vergleich zu anderen Anlageklassen an Attraktivität verlieren werden.

Postbank-Experten kommen zu dem Schluss, dass “nach den starken Arbeitsmarktzahlen eine höher als erwartete Verbraucherpreisinflation den Druck auf die US-Notenbanker erhöhen wird, dem Preisdruck weiterhin mit breiten Zinserhöhungen entgegenzuwirken”. Mittwoch.

Bei den Einzelaktien standen Twitter (Twitter)-Aktien wieder im Rampenlicht, nachdem der Milliardär und Tesla-Präsident (Tesla) Elon Musk Sie wollen schließlich keine SMS kaufen. Musks Anwälte begründeten den Rückzug mit unzureichenden Informationen über die Zahl der Fake-Accounts. Das Unternehmen will den Deal vor Gericht bringen, und die Aktien brachen um 11,3 Prozent ein und hoben das Schlusslicht des S&P 500.

Tesla-Aktien konnten von den Nachrichten nicht profitieren, obwohl sie kürzlich mit der Möglichkeit zu kämpfen hatten, dass Musk seine Anteile an dem Elektroautohersteller verkaufen muss, um den Twitter-Deal zu finanzieren. Stattdessen verloren die Tesla-Aktien 6,6 %. Sie sind von der drohenden Rezession und Unterbrechung der erneuerbaren Produktion in China betroffen.

Uber-Aktien fielen um mehr als 5 %. Interne Dokumente des Transportdienstleisters aus den Jahren 2013 bis 2017, die jetzt ans Licht gekommen sind, haben tiefere Einblicke in die damaligen aggressiven Geschäftspraktiken des Unternehmens gegeben.

Der Euro geriet unter Druck und schloss an der Wall Street bei 1,0043 $. Der Kurs lag knapp über der Parität. Dies bedeutet ein Eins-zu-Eins-Umtauschverhältnis. Die Europäische Zentralbank hat den Referenzkurs auf 1,0098 US-Dollar (Fr: 1,0163) festgelegt. Somit beträgt der Kurs des Dollars 0,9903 (0,9840) Euro. Einer der Hauptgründe für die Schwäche des Euro ist die Angst vor einer Energiekrise in Europa.

US-Staatsanleihen profitierten von der eingetrübten Stimmung am US-Aktienmarkt: Der zehnjährige Treasury-Futures-Kontrakt (T-Note Future) stieg um 0,66 Prozent auf 118,41 Punkte. Dagegen sank die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe auf 2,99 %.

— Von Lutz Alexander, dpa-AFX —

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