ROUNDUP: Morphosys wächst schwächer als von Analysten erwartet – Aktien fallen | 04.08.22

PLANEGG/MÜNCHEN (dpa-AFX) – das BiotechnologieDer Umsatz von MorphoSys stieg im zweiten Quartal stark an. Das Unternehmen begrenzte auch seine Betriebsverluste. Analysten erwarteten sowohl beim Umsatz als auch beim Betriebsverlust leicht höhere Werte. An der Börse fielen die Papiere nach dem starken Vortag.

„Im zweiten Quartal 2022 haben wir erhebliche Fortschritte bei der Rekrutierung von Patienten für unsere zulassungsrelevanten Phase-III-Studien und bei der Vermarktung von Mongovi gemacht“, sagte CEO Jean-Paul Cris. Die Nachfrage nach dem Leukämie-Medikament ist nach einem schwierigen ersten Quartal wieder da.

Das Unternehmen gab am späten Mittwochabend bekannt, dass der Konzernumsatz im letzten zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als die Hälfte auf 59 Millionen Euro gestiegen sei. Die Betriebsverluste wurden um ein Viertel auf 55 Millionen Euro reduziert. Negativ wirkten sich beispielsweise erhöhte Forschungs- und Entwicklungskosten aus. Im Vergleich zum Vorjahr halbierte es sich auf fast 61 Millionen Euro. Analysten erwarteten sowohl beim Umsatz als auch beim Betriebsverlust leicht höhere Werte.

Generell konnten die Anleger den Nachrichten nicht viel Positives entnehmen – kurz nach Handelsbeginn brach die Aktie zeitweise um mehr als fünf Prozent ein. Zuletzt hatte der Kurs Verluste von knapp über einem Prozent eingebüßt. Seit Jahresbeginn hat sich der Kursverlust auf rund ein Drittel verdoppelt – und davor war die Aktie schlecht. Mitte 2020 war er noch rund 120 Euro wert.

Beim wichtigen Leukämie-Medikament Mongovi stieg der Produktumsatz im zweiten Quartal um fast ein Drittel auf 21,7 Millionen Euro. Allerdings senkte das Biotech-Unternehmen letzte Woche seine Gesamtjahresprognose. Der Wettbewerb hat zugenommen – unter anderem durch kürzlich erfolgte Zulassungen zusätzlicher Zweitlinien-Behandlungsoptionen für bestimmte Leukämie-Typen –, was als Ursache genannt wird. Der Nettoproduktumsatz mit Monjuvi wird nun voraussichtlich zwischen 90 und 110 Millionen US-Dollar im Jahr 2022 liegen, ein Anstieg von zuvor 110 Millionen US-Dollar auf 135 Millionen US-Dollar.

Unterdessen sind gesenkte Erwartungen nicht das Ende der Welt, schrieb James Gordon, Analyst bei JPMorgan. „Wir gehen davon aus, dass die Erwartungen niedrigerer Betriebskosten die niedrigeren Umsatzaussichten von Mongovi ausgleichen werden“, schrieb er. Daher könnte der Betriebsverlust für das Gesamtjahr geringer ausfallen als von Analysten erwartet. /jcf/men/jha/

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