Schwere Gefechte bei Donezk in der Ostukraine

Berichten zufolge brachen am Donnerstagabend Kämpfe um das Dorf Pesky westlich des ehemaligen Flughafens Donezk aus. Die Separatisten haben bereits über jahrelang umstrittene Positionen berichtet. Diese Berichte können jedoch nicht unabhängig überprüft werden.

Ukrainischen Quellen zufolge sind die südwestlich von Donezk gelegenen Städte Marjinka und Krasnohorivka kürzlich schwer beschossen worden. Außerdem wurde das Stadtzentrum von Avdiivka bombardiert. Die Bemühungen scheinen zu funktionieren, um Donezk zu entlasten. Zuletzt wurde die Industriestadt mehrfach von ukrainischer Artillerie beschossen.

Russische Streitkräfte versuchen auch weiterhin, den Verteidigungsring um die Region Slowjansk-Kramatorsk in der Region Donezk zu sprengen. Nach Angaben des Generalstabs gehen die Kämpfe im Südosten des Verkehrsknotenpunkts Bakhmut weiter.

Gleichzeitig setzte Russland seine Raketenangriffe auf ukrainische Großstädte in anderen Regionen fort. Vier Raketen trafen in der Nacht die Stadt Charkiw im Norden. Im Süden war das Regionalzentrum Mykolajiw erneut Ziel russischer Angriffe. Dort wurden nach vorläufigen Angaben mehrere Häuser beschädigt, es gab aber keine Toten oder Verletzten.

Ukrainischen Quellen zufolge wurden bei einem Angriff russischer Artillerie auf die Stadt Torizk acht Menschen getötet und vier weitere verletzt. Gouverneur Pavlo Kirilenko sagte auf Telegram, dass der Bombenanschlag eine Haltestelle des öffentlichen Verkehrs getroffen habe. Unter den Verwundeten waren drei Kinder. Drei Zivilisten wurden auch in den Städten Bakhmut, Marginka und Shevchenko getötet.

Eine Woche nach dem verheerenden Angriff auf ein Kriegsgefangenenlager in der Ostukraine kündigte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, die Eröffnung einer Untersuchung an. Guterres sagte am Mittwoch (Ortszeit) in New York, die Vereinten Nationen hätten Anfragen sowohl aus Russland als auch aus der Ukraine erhalten. Er sei nicht „ermächtigt, strafrechtliche Ermittlungen durchzuführen“, könne aber einen Ermittlungsauftrag einleiten. Die Vorbereitungen liefen. Bei einem Angriff auf ein Konzentrationslager im ostukrainischen Oleniwka sind vor rund einer Woche Dutzende ukrainische Kriegsgefangene getötet worden. Moskau und Kiew machen sich gegenseitig für den Anschlag verantwortlich.

Amnesty International für Menschenrechte wirft der ukrainischen Armee vor, durch ihren Krieg Zivilisten zu gefährden. Sie hätten in Wohngebieten – unter anderem in Schulen und Krankenhäusern – Stützpunkte errichtet oder dort Waffensysteme betrieben. Das Kriegsrecht verlangt jedoch, dass sich militärische Objekte so weit wie möglich von zivilen Einrichtungen entfernt befinden. Amnesty International kritisierte Moskau jedoch für die “zahlreichen wahllosen Streiks der russischen Armee, die zu zivilen Opfern führten”. Kiew zeigte sich empört und wies die Vorwürfe zurück.

Generalsekretär Jens Stoltenberg wirft Russland mit dem Krieg in der Ukraine einen “Angriff auf die bestehende Weltordnung” vor. “Es ist in unserem Interesse, dass eine solche aggressive Politik nicht funktioniert”, sagte Stoltenberg in einer Rede in seiner Heimat Norwegen. Russland darf den Krieg in der Ukraine nicht gewinnen. Es ist die gefährlichste Situation in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Stoltenberg bekräftigt die defensive Entschlossenheit der NATO. Wenn der russische Präsident Wladimir Putin ein ähnliches Vorgehen gegen ein Nato-Land unternimmt, wird das gesamte Bündnis reagieren.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verschlimmert sich die gesundheitliche Notlage in der Ukraine. In diesem Jahr gab es nach eigenen Angaben 434 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen im Land. Laut Weltgesundheitsorganisation ist dies mehr als die Hälfte der 615 weltweit gemeldeten Angriffe.

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