Sommer 2022: Teures Vergnügen – Sommerurlaub in Zeiten der Inflation

Fast zweieinhalb Jahre nach der Corona-Pandemie sind Reisen in alle Länder dieses Jahr wieder ohne Einschränkungen möglich. Volle Autobahnen, Staus, tolles Wetter und Fotos vom Adriaurlaub zu Pfingsten. Die Urlaubslust der Österreicher schien groß. Doch angesichts des Krieges in der Ukraine und der damit einhergehenden Inflationswelle fragen sich nun viele Österreicher, ob sie überhaupt reisen sollten – oder wegen gefährlicher Umstände lieber nicht.

Ausland und Kurzurlaub

Laut einer Umfrage des Instituts für öffentliche Meinung und Datenanalyse (IFDD) planen 48 Prozent der Bevölkerung einen Sommerurlaub. Fast die Hälfte schließt so etwas kategorisch aus. Interessant ist, dass 52 Prozent der Männer reisefreudiger sind als die Frauen (44 Prozent). Ein besorgniserregendes Zeichen für die lokale Tourismusbranche ist, dass nur 28 Prozent der Befragten im eigenen Land leben. 69 Prozent sehnen sich nach dem Mittelmeer, besonders Italien, Kroatien und Griechenland sind sehr beliebt. Die Umfrage zeigt auch, dass die Urlaubsaufenthalte immer kürzer werden. Nur 26 Prozent wollen eine Pause von zwei Wochen oder mehr machen. Dass nur die Hälfte der Befragten einen Sommerurlaub plant oder viele nur wenige Tage verreisen wollen, liegt an den massiven Preissteigerungen der letzten Jahre. Und wenn sie gehen, wollen die meisten dorthin, wo sie während Corona nicht hin können – nämlich ans Meer. Aber statt zwei Wochen bevorzuge ich nur eine Woche.

Schwache Wettbewerbsfähigkeit

Klar ist, dass der Tourismus in Österreich in den letzten zweieinhalb Jahren im Vergleich zu anderen europäischen Ländern zurückgegangen ist. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis in der österreichischen Gastronomie und Hotellerie hat sich in den vergangenen zwei Jahren deutlich verschlechtert“, sagt Tourismusexperte Oliver Fritz vom Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo). Das Problem: In Ländern wie Italien, Kroatien und Griechenland sind die Tarife gleich geblieben oder teilweise sogar gesunken, was den Urlaub dort attraktiver macht. Das gegenteilige Beispiel ist die Türkei. Aufgrund der Wirtschaftskrise und der Währungsabwertung sanken die Preise in Restaurants um ein Drittel und in Beherbergungsbetrieben um die Hälfte.

Mittelmeer-Urlaubstrend

Griechenland, Spanien, Italien, die Türkei und Ägypten sind bei Österreichern sehr gefragt und die Malediven sind beliebte Fernreiseziele. “Am Mittelmeer herrscht ein regelrechtes Wettrennen. Beim Buchungseingang liegen wir aktuell deutlich über 2019 und deutlich über 2020 und 2021”, sagt Helga Freund, Vorstand Verkehrsbüro. Innerhalb der Städte waren Tirol, Salzburg und die Steiermark stark gebucht, das ansonsten sehr beliebte Kärnten folgte abgeschlagen. Sie liegt etwa 25 Prozent unter dem Niveau von 2019, was bedeutet, dass in den österreichischen Seen und Bergen noch genügend Kapazitäten vorhanden sind, die wahrscheinlich nicht vollständig ausgelastet werden. Es stellt sich heraus, dass viele Urlauber, die die letzten zwei Jahre zu Hause geblieben sind, jetzt in ein anderes Land fahren oder reisen.

Hohe Preise und weniger Personal

Reiseveranstalter haben steigende Kosten für Energie, Treibstoff und Lebensmittel, was bedeutet, dass Urlaub für Verbraucher im Durchschnitt 10 Prozent teurer wird. In Restaurants und Bars sollen die Preise um 15 bis 20 Prozent steigen. 19 Prozent der Österreicher sparen beim Restaurantbesuch sogar mehr. Neben den hohen Preisen herrscht überall Personalmangel, der vor allem in der Gastronomie und Hotellerie dringend benötigt wird, oft ohne Erfolg. Ergebnisse? Reduzierte Menüs, Einstellung von Diensten, häufigere Ruhetage, kürzere Öffnungszeiten und Selbstbedienung.

Der Sommer 2022 wird eine Herausforderung – für alle!

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