Staatsballett präsentiert 2022/23 „Dornröschen“ und „Der Nussknacker“.

Regisseur Schläpfer hat die Pläne für die kommende Spielzeit vorgestellt. ©APA/TOBIAS STEINMAURER

Staatsballettdirektor Martin Schleibfer kündigte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz an, dass klassisches Ballett in der Spielzeit 2022/23 wieder auf zeitgenössischen Tanz treffen wird. Ein Versprechen, das der Choreograf mit rund fünf Uraufführungen einlösen will – unter anderem steht ein neues „Dornröschen“ auf dem Programm. In der abgelaufenen Spielzeit erreichten die Vorstellungen eine Auslastung von 82,9 Prozent an der Staatsoper und 62,7 Prozent an der Volksoper.

Die erste Premierenrunde beginnt mit Volksopers „Iolanta und der Nussknacker“, in der die beiden Werke von Tschaikowsky miteinander verflochten sind. Musikalisch sei sie großartig, freute sich Schleppfer. Der Regisseur erklärte, dass es bei beiden um Wachstum geht und beide sich auf einen Konflikt zwischen Fantasie und Realität konzentrieren. Die Opern- und Ballett-Koproduktion – inszeniert von der neuen Intendantin Volkssuper Lotte de Beer, die sich damit vorstellte – steht am 9. Oktober erstmals im Programm.

Bereits zum zweiten Mal brillieren die Mitglieder des Staatsballetts der Volksoper in Choreografie – die Uraufführung der „Platform Choreography“ findet am 16. Dezember statt. Am 11. Februar nächsten Jahres ist dort endlich das wegen Corona verschobene „Promethean Fire“ zu sehen. Zwei Helden des modernen amerikanischen Tanzes – Paul Taylor und Mark Morris – wurden ins Rampenlicht gerückt. „Katastrophale Stimmung“ trifft auf große Macht, und schließlich überwiegt die Hoffnung, sagt Schleibfer über Taylors Schöpfung.

Zwei Uraufführungen kommen auf die Opernbühne. Es war einmal „Dornröschen“ mit einer Choreografie von Schleibfer, der Tschaikowskys Ballett „mein Lieblingsklassiker“ nannte, am 24. Oktober. Er sagte, er wolle die Charaktere noch einmal aufgreifen, und angesichts der Handlung der Märchen frage er sich, ob „Gut und Böse wirklich weit voneinander entfernt sind“. Am 27. April 2023 folgen „Goldberg Variations“ mit einer Choreographie von Heinz Spurley. „Ein tolles neues klassisches Stück“, sagte Schleppfer.

Die seit mehreren Jahren nicht mehr gezeigten Ballettkomödien „La fille mal gardée“ (13. Dezember) und „Don Quixote“ (28. Juni 2023) werden an der Wiener Staatsoper wiederbelebt. Von der Dramatikerin Anne de Paco empfohlene Theaterstücke für Familien mit Kindern. „Kontrapunkte“, „Onegin“, „Im siebten Himmel“, „Liebeslieder“, „Ein deutsches Requiem“, „Begegnungen“ und „Die Jahreszeiten“ bleiben auf der Songliste.

De Paco verwies auf die Bedeutung des Dialogs mit dem Publikum, auf die Vermittlungsangebote des Staatsballetts. Den meisten Produktionen gehen Werkseinführungen voraus; In der Reihe „Tanspodium“ am 12. November ist beispielsweise ein Gespräch mit Martin Schleppfer zum Thema Ausbildung zu hören. Im Rahmen der „Tanzfilme“ werden außerdem vier Tanzfilme gezeigt, und am 12. März 2023 wird mit „Norgio“ der Geburtstag des Tänzers Rudolf Nureyev gefeiert. Weißer Rabe“ im Filmhaus Wien.

Neuerungen gibt es nicht nur im Programm, sondern auch in der Gruppe: Denn mit der Corona-Pandemie hat das Staatsballett Tänzerinnen und Tänzer verloren. „Einige beschlossen, mit dem Tanzen aufzuhören“, sagte Schleibfer resigniert, ebenso wie Roman Laszek, der einer der führenden Künstler des Wiener Staatsballetts war. So konnte die Institution beispielsweise den Kanadier Brendan Sy als ersten Solotänzer und den Niederländer Rashin Arts als Solisten gewinnen.

Insgesamt zählt das Staatsballett nun 101 Tänzerinnen und Tänzer. Sie tanzten oder tanzten in der Saison 2021/22 in 86 Shows. Kaufmännischer Leiter Simon Wohins erklärte, dass, wenn man sich die Auslastung ansehe, die Staatsoper einen höheren Besucheranteil anziehe als die Volksoper. Sie sprach auch in der Ballettakademie, gegen die 2019 Missbrauchsvorwürfe erhoben wurden. Sie befinden sich in der Phase der Neuorganisation, die während der Pandemie begonnen hat, und wollen ein Umfeld schaffen, das dem künftigen Wohl von Kindern gerecht wird.

wiener-staatsoper.at

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