Stipendien für angehende Ärztinnen und Ärzte | DiePress.com

Medizinstudierende erhalten ab Herbst monatlich 923 Euro Förderung. Im Gegenzug müssen Sie sich verpflichten, für fünf Jahre in Niederösterreich zu arbeiten.

Letzte Woche fanden die Aufnahmeprüfungen für das Medizinstudium statt. Von den 16.000 Eingeschriebenen kamen knapp 12.000.Im Medizinstudium stehen aber nur 1.850 Plätze zur Verfügung. Setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort, werden nur noch sehr wenige künftige Absolventen als Ärzte im Land arbeiten. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, öffnet Niederösterreich neue Wege: Ab Herbst werden Landarztstipendien an Studierende vergeben.

Niederösterreich ist das erste Bundesland, das Hochschulabsolventen mit einem „Aufnahmetest“ „abholt“. Das ganze Ziel ist eine Art Gegengeschäft. Für ein monatliches Stipendium von 923 Euro verpflichteten sich die Bewerber, für fünf Jahre im Bundesland oder in Bedarfsregionen zu arbeiten, erklärte der Landeshauptmann. Johanna Michael Leitner (ÖVP) am Montag bei einer Pressekonferenz im Institute of Science and Technology Austria (IST) in Klosterneuburg. In letzter Zeit wurde immer wieder der Ruf laut, dass ein katarischer Arzt am Zulassungsverfahren zum Medizinstudium teilnehmen solle.

Kampf gegen den Ärztemangel

Auch der Bildungsminister Martin Polachek (ÖVP) Elend essen. „Das Landarztstipendium ist eines der Instrumente zur Überwindung des Ärztemangels.“

Grundlage ist eine Vereinbarung mit der Agentur für Bildung und Internationalisierung (vormals: Österreichischer Austauschdienst, OeAD), die die Finanzierung abwickelt. Die Kosten trägt das Land Niederösterreich. Im Budget waren zunächst 2,5 Millionen Euro für Stipendien an Ärzte in zehn Ländern vorgesehen. Mikl-Leitner: „Jede Sekunde unseres Budgets fließt in Gesundheit oder Soziales.“

Die Förderung erfolgt bei positivem Studienerfolg ab dem zweiten Studienabschnitt für maximal acht Semester (48 Monate).
So kommt man zum Stipendium Studierende der Humanmedizin an einer österreichischen Universität können sich laut Landesrat Martin Eichtinger (ÖVP) für das Studienjahr 2022/23 vom 1. August bis 11. September online unter www.oead.at bewerben. Die Auswahl erfolgt durch eine Kommission der Bildungsagentur. Zu den Auswahlkriterien zählen der bisherige Studienerfolg, der Bezug zu Niederösterreich und das gesellschaftliche Engagement.

Polachik erklärte, neben der Erhöhung der Zahl der Studienplätze könnten staatliche Ärztezuschüsse dazu beitragen, die Ärztinnen-Welle bis 2030 abzumildern. Der Minister schätzt das Potenzial auf bis zu 150 Studierende pro Jahr. Michael Leitner betonte, dass die Gesundheitsversorgung vor Ort ein großer Wunsch der Einwohner sei. Eichtinger sagte, der Landesarztpreis sei auch eine „langfristige Verpflichtung für das Land Niederösterreich“ und in Teilen Deutschlands bereits etabliert. Sein Ziel sei es, Medizinstudierende frühzeitig für Bereiche zu gewinnen, in denen Bedarf für eine Anstellung als Hausarzt bestehe.

Anfragen zu Kassenverträgen

Wie Zahlen aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von Neos aus dem Jahr 2020 zeigen, ist die Zahl der Hausärzte mit Krankenkassenvertrag zwischen 2010 und 2020 von 4.213 auf 4.054 gesunken. Allerdings: Vor allem in Niederösterreich ist dieser Trend (bundesweit) vorhanden während des Erhebungszeitraums. Die Zahl der Ärzte stieg leicht an, was natürlich nichts an der Ärzteknappheit änderte.

(MS/APA)

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