voestalpine-Aktie weiterhin rot: voestalpine steigert Umsatz und Gewinn kräftig – sieht sich bereit für Energiekrise | 08.04.22

Inmitten der sich verschärfenden Energiekrise infolge des Ukrainekrieges hat die Voystalpin Steel Group Gasvorräte angelegt.

Die Geschäfte sind voll. „Wir haben jetzt unser Speicherziel von 1,5 TWh erreicht und sehen damit eine sehr gute Vorbereitung auf die Krise – drei Monate volle Produktion sehen wir derzeit als sehr gute Voraussetzung für den Rest des Geschäftsjahres“, bestätigte Vorstandsvorsitzender Herbert Ebensteiner weiter Donnerstag.

Die voestalpine rechnet nach jüngsten Rekordgewinnen trotz Corona-Krise und Ukraine-Krieg mit einer „deutlichen Verlangsamung“ der Konjunktur und damit auch der Geschäftsentwicklung für den Rest des Jahres. Das Management rechnet mit einem gegenüber dem Vorjahr (2,3 Milliarden Euro) sinkenden EBITDA auf 2 Milliarden Euro.

Diese vorsichtige Guidance gehe davon aus, dass Europa weiterhin ausreichend mit Erdgas versorgt werde, „und dass zusätzliche, derzeit schwer abschätzbare Risiken – wirtschaftliche Entwicklung, Lieferkettenstörungen, Kundennachfrage, Rohstoff- und Energiekostenentwicklung – beherrschbar bleiben“.

Im 1. Quartal 2022/23 (April-Juni) hat das Unternehmen trotz massiver Energiepreissteigerungen, internationaler Lieferengpässe und anhaltender Logistikengpässe mit dem doppelten Nachsteuergewinn von 615 Mio vergangenen Geschäftsjahr, in dem das „bisher beste Gesamtergebnis“ erzielt wurde: 2021/202 betrug der Jahresüberschuss 1,3 Milliarden Euro nach nur 31,7 Millionen Euro im Vorjahr.

Mit der nun angereicherten Gasmenge, die für ein Vierteljahr Produktion bei voller Auslastung reicht, sieht sich der Vorstandschef mit einem „Worst-Case-Szenario, Gas-Shutdown“ aus Russland gewappnet. „Das bedeutet, dass wir in dieser Zeit eine begrenzte Nachfrage haben und trotzdem Kunden beliefern und Fabriken ohne Schaden schließen können“, erklärte Eppensteiner in einer Telefonkonferenz mit Reportern die Situation im Falle eines vollständigen Stillstands der russischen Gasversorgung. Aufträge können daher weiterhin kontrolliert bearbeitet und betroffene Produktionsbereiche geschlossen werden.

Voest, das zur Herstellung seiner Produkte überdurchschnittlich viel Energie benötigt, setzt dafür auf Gas. „Gas ist für uns Prozessgas – schwer zu ersetzen, deshalb bevorraten wir es“, erklärt Ebbensteiner. „Gleichzeitig haben wir Gas aus nicht-russischen Quellen bezogen, um sicherzustellen, dass wir nicht zu 100 % von russischem Gas abhängig sind“, fügte er hinzu.

Andere Gasquellen für den Konzern wurden bereits ausgelagert. Laut dem CEO bezieht der Konzern verflüssigtes Erdgas (LNG und flüssiges Erdgas) von Terminals in Südeuropa und Gas aus nordafrikanischen Quellen. Wie viel Prozent der Bestellung nun nicht-russischen Ursprungs seien, wollte der Konzernchef nicht konkretisieren – es sei aber „eine wirklich große Summe“. Die Aktie der voestalpine fiel am Donnerstag in Wien zeitweise um 5,75 Prozent auf 20,64 Euro.

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