WeFox-Versicherungs-Startup im Wert von 4,5 Milliarden US-Dollar

In der aktuellen Finanzierungsrunde hat WeFox weitere 400 eingeworben
Millionen Dollar an Eigen- und Fremdkapital. Speedinvest, ein Frühphaseninvestor aus Wien, ist seit 2016 an dem deutsch-schweizerischen Versicherungs-Startup beteiligt.

Das deutsch-schweizerische Versicherungs-Startup WeFox wird mittlerweile von seinen Investoren mit 4,5 Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro) bewertet. In seiner jüngsten Finanzierungsrunde hat WeFox weitere 400 Millionen Dollar an Eigen- und Fremdkapital eingesammelt, teilte das Berliner Unternehmen am Dienstag mit. Seit 2016 ist auch der Wiener Frühphaseninvestor Speedinvest an Wefox beteiligt.

Wir sind gut finanziert und brauchen eigentlich kein Geld“, sagte CEO und Mitgründer Julian Teke der Nachrichtenagentur. Reuters. „Aber wir haben viele Anfragen von Investoren erhalten. Jetzt sehen wir eine Chance, die Krise zu nutzen und aggressiver als geplant zu wachsen.“

Die Finanzierungsrunde wurde von Mubadala, dem Staatsfonds von Abu Dhabi, angeführt, der bereits an Versicherungstechnologie beteiligt war. Darüber hinaus stellten Eurazeo und die bestehenden Investoren LGT, Horizons Ventures und Omers die Mittel bereit. Der Wert des 2015 gegründeten jungen Unternehmens hat sich innerhalb eines Jahres halbiert. Allerdings fällt die Finanzspritze geringer aus als in der Vorrunde: Damals erhielt WeFox 650 Millionen Dollar an neuem Geld, vor allem vom Wagniskapitalgeber Target Global, der damit größter Anteilseigner bleiben soll.

Mit der Geldspritze widersetzt sich WeFox dem weltweiten Trend zur Abwertung von Startups im Finanzsektor, den zuletzt der schwedische Zahlungsdienst Klarna beobachten konnte. Das Unternehmen, in Deutschland besser bekannt als „Sofort Transfer“, erhielt nur 6,7 Milliarden Dollar an neuen Geldern. Vor einem Jahr waren es 46 Milliarden.

Mit dem neuen Geld will WeFox weiter in Technik für die Versicherungsbranche investieren, vor allem aber mit den Niederlanden das nächste Land nach Deutschland, Österreich, Polen, der Schweiz und Italien angehen. Dann kamen Spanien und Frankreich an die Reihe, danach auch die USA, wo Lemonade und Root schon von vielen Versicherungsunternehmen wimmeln, die an die Börse kommen.

Tiki sieht WeFox jedoch in erster Linie als Technologie-Verkaufsplattform, wobei etwa 85 Prozent der Einnahmen inzwischen aus Provisionen von Versicherungsunternehmen stammen. „Bis 2030 wollen wir das technologische Rückgrat der digitalen Versicherungswelt sein“, sagte er. „Das Privatkundenversicherungsgeschäft wird nie der wichtigste Teil von Wefox sein. Wir besetzen nur eigene Bereiche, aber es ist sehr profitabel.“ Im Jahr 2021 hat Wefox seinen Umsatz auf 320 Millionen US-Dollar mehr als verdoppelt, und dieses Jahr wird er voraussichtlich 650 Millionen US-Dollar erreichen.

Mitgründer und CFO Fabian Wesemann sagte, dass WeFox mit der Finanzspritze auch noch schneller aus den roten Zahlen kommen könne. „Wir sind für das gesamte Unternehmen auf einem klaren Weg zur Profitabilität. Das werden wir 2024, vielleicht sogar 2023 schaffen.“ Mitgründer Teicke betonte jedoch, dass ein Börsengang angesichts des aktuellen Umfelds derzeit nicht in Frage komme.

(APA/Reuters)

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