Wer wird Nachfolger von Boris Johnson? “Es wird ein Blutbad geben” – Politik

Man kann nicht sagen, dass die britische Kulturministerin Nadine Doris bisher mit besonders klugen Äußerungen aufgefallen ist, ganz im Gegenteil. Die ehemalige britische “Dschungelcamp”-Nominierte hat sie während ihrer zehnmonatigen Amtszeit immer wieder mit teils sensationellen Quoten und Statements überrascht. Boris Johnson blieb bis zum Schluss in einer Weise, die ihr den Spitznamen „Boris the Cheerleader“ einbrachte. Aber sie sagte kurz nach Johnsons Rücktrittsschreiben mal Etwas, das ziemlich genau zusammenfasst, was gerade auf ihrer Party los ist: “Die Höllenhunde sind losgelassen worden. Die Leute werden sich jetzt in den Medien gegenseitig auseinanderreißen, es wird ein Blutbad geben.”

Die Konservative Partei hat jetzt vielleicht die Chance, sich von Johnsons besorgniserregendem Regierungsstil zu distanzieren, aber Teil seines Vermächtnisses ist, dass er nicht nur im Land, sondern auch in seiner eigenen Partei Spaltungen hinterlassen hat. Niemand hatte damit gerechnet, dass die Suche nach einem Nachfolger so reibungslos verlaufen würde, dafür stand so viel auf dem Spiel. Aber ein “Blutbad”?

Tod Sonntag mal Sie berichtete, dass mindestens zwei der vielen Bewerber Akten mit irreführenden Informationen über Wettbewerber an Labour weitergegeben hätten. Dabei soll es um fragwürdige finanzielle Andeutungen gehen, manchmal aber auch um die Teilnahme an Orgien, die Bevorzugung von Prostituierten und Drogen. Insbesondere Rishi Sunak steht im Mittelpunkt von Extreme Defiance. Am Montag zitierten Zeitungen sogenannte Insider aus dem Umfeld von Boris Johnson mit den Worten, Sunak sei „gegangen, er ist gegangen“. Und nicht zuletzt nutzt Nadine Doris jede Gelegenheit, Snack zu diskreditieren, insbesondere auf Twitter.

Graham Brady, Vorsitzender des für die Konservativen Fraktion zuständigen Ausschusses von 1922, sagte am Montagabend, wer unter diesen Umständen der neue Vorsitzende der Konservativen Partei werde, solle am 5. September nach der Parlamentspause bekannt sein. Das Komitee legte auch das Verfahren für die Wahl fest: Jeder Bewerber muss mindestens 20 Unterstützer für seine Nominierung aufbringen, um aussichtslose Nominierungen zu vermeiden. Die Nominierungen müssen bis diesen Dienstag eingereicht werden, und am Mittwoch findet der erste Wahlgang statt, in dem die Bewerber mindestens 30 Stimmen erreichen müssen. Am nächsten Tag wird der zweite und dritte kommende Montag erwartet. Laut BBC sagte Brady, es könne einen Punkt geben, an dem nur noch zwei Kandidaten übrig seien. Dann entscheiden die Parteimitglieder zwischen diesen.

Der ehemalige Favorit in den Umfragen zieht es vor, nicht anzutreten

Bis Montagnachmittag haben elf Tory-Parteien offiziell die Nachfolge von Johnson als Parteivorsitzender angetreten. Außenministerin Liz Truss und der frühere Finanzminister Sunak führen derzeit in Meinungsumfragen unter den rund 100.000 Mitgliedern der Partei. Der frühere Meinungsumfrageführer Verteidigungsminister Ben Wallace entschied „nach reiflicher Überlegung“, lieber als Verteidigungsminister weiterzumachen und nicht zu kandidieren.

Auch Wallaces Vorgänger Benny Mordaunt werden gute Chancen zugesprochen: Unter dem Slogan „Leadership“ stellte die 49-Jährige ihren Antrag, sich stärker auf das „Schiff“ als auf den künftigen „Führer“ zu konzentrieren. Mordaunt wird dem linken Flügel der Konservativen Partei zugerechnet. Das App-Video, das sie in den sozialen Medien veröffentlichte, brachte ihr jedoch mehr Kritik und Häme als Applaus ein: Oscar Pistorius, der südafrikanische Sprinter, der wegen Mordes an seiner Partnerin verurteilt wurde, und der britische Paralympics-Athlet Johnny Peacock waren in dem Video zu sehen. Offenbar wurde er nicht um Erlaubnis gebeten und forderte Mordaunt öffentlich auf, ihn „sofort“ aus dem Video zu entfernen, da er die Konservativen nicht unterstützen wolle.

Praktisch alle Kandidaten versuchen, sich als eine Art Anti-Johnson zu positionieren: seriös, zuverlässig und ernsthaft. Die Frage, wie Johnson selbst weitermachen wird, ist noch nicht ganz klar. In seinem Rücktrittsschreiben kündigte Johnson an, dass er weitermachen werde, bis ein neuer Parteivorsitzender und Premierminister gefunden sei, möglicherweise bis zum Herbst. Die Opposition kündigte umgehend an, in dieser Frage ein Misstrauensvotum im Parlament abhalten zu wollen.

Auch Labour forderte eine Untersuchung der Lebedew-Affäre: Von den britischen Medien weitgehend unbemerkt gab Johnson in seiner regelmäßigen Befragung vor der Untersuchungskommission des Premiers am Mittwoch zu, Alexander Lebedew als Ausländer in Italien getroffen zu haben. Sekretär. Es wäre nicht nur ein potenzieller Verstoß gegen Sicherheitsregeln, sondern auch ein politisch heikler Schachzug: Lebedev, einst ein hochrangiger KGB-Offizier und Spion, traf sich im April 2018 mit Johnson, zwei Tage nach einem Nato-Gipfel, bei dem es hauptsächlich um Russland ging.

Das Treffen fand auf einer Party statt, die von Lebedevs Sohn Evgeny veranstaltet wurde, der als Freund von Johnson gilt. Dann, als Johnson Premierminister war, dauerte es nur wenige Monate, bis Evgeny Lebedev ins House of Lords berufen wurde. Leben wie immer in solchen Fällen.

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