Wie überlebt man die Gaskrise? Länder der Europäischen Union schauen auf Deutschland

Aktualisiert am 24.06.2022 um 18:32 Uhr

  • Russland drosselt die Gaslieferungen und die Bundesregierung warnt vor weiter steigenden Preisen.
  • Andere EU-Länder sind ebenfalls besorgt und beobachten die Situation in der größten Volkswirtschaft des Blocks.
  • Denn eines ist sicher: Wenn Deutschland auf Probleme stößt, betrifft das auch alle anderen europäischen Länder.

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Bedrohlich drohen Engpässe in der Gasversorgung Deutschland und komplett Europäische Union Großes Risiko, aber obwohl die Mitgliedsstaaten im selben Boot sitzen, ist ein gemeinsames Vorgehen in der Gaskrise keine leichte Aufgabe. Bundeskanzler Olaf Schulz (SPD) sagte am Freitag bei einem EU-Gipfel in Brüssel, es seien “alle Aktivitäten” unternommen worden, um Energie aus anderen Ländern als Russland zu importieren. Diese Bemühungen müssen jedoch weiter beschleunigt werden. Das ist eine große Herausforderung. “Aber wir werden dort anrufen.”

„Wir stehen vor einem sehr schwierigen Winter“, warnte der irische Premierminister Michael Martin. Das gilt auch für Deutschland, das zu den Ländern der Europäischen Union gehört, die besonders abhängig von russischem Gas sind. In der Europäischen Union blicken viele nun auf die Lage in der größten Volkswirtschaft der Union: “Wenn Deutschland in Schwierigkeiten gerät, hat das auch enorme Auswirkungen auf alle anderen europäischen Länder, auch auf unsere.” Belgien Premierminister Alexandre de Croo.

Um dies zu verhindern, haben Bund und Netzagentur zum Energiesparen aufgerufen. Jeder aus Wirtschaft und Privatwirtschaft könne seinen Beitrag leisten, sagte Klaus Müller, Leiter der Netzagentur beim „Morgenmagazin“ der ARD. „Und ja, dazu gehören der Trichter, der Duschkopf, die Heizung ein bisschen runterdrehen. Das alles hilft.“ Auch der Wirtschaftsminister Robert Habeck Er warnte Unternehmen und Verbraucher davor, beim Gas zu sparen. Verbraucherministerin Steffi Lemke (beide Grüne) sagte, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen seien ebenso wichtig wie Familien.

Die Europäische Union will die Abhängigkeit von russischem Gas verringern

Seit dem Ausbruch des russischen Angriffskriegs in der Ukraine Ende Februar sind die Gaslieferungen nach Europa unterbrochen Russland Es ist vom Aussterben bedroht. Moskau hat bereits Lieferungen nach Deutschland und in andere EU-Staaten stark reduziert oder gestoppt. Die Europäische Union versucht, ihre Abhängigkeit von Russland zu verringern. Das Bundesregierung Er rief am Donnerstag die Alarmstufe im Gas-Notfallplan aus. Die Energiepreise sind bereits stark gestiegen. Bei einem kompletten Ausfall der russischen Gasversorgung gehen Ökonomen von einer Wirtschaftskrise aus.

Energieversorger und Politiker sind besorgt über die routinemäßige 10-tägige Wartung der Nord Stream 1-Pipeline, die am 11. Juli beginnt. Auf die Frage, ob er befürchte, dass Russland danach die Gaslieferungen einstellen werde, sagte Habek auf RTL: „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich keine Angst hatte.“

In diesem Fall könnten die Gaspreise weiter stark steigen. Lieferanten haben weiterhin das „Recht, Preise anzupassen“. Aktiviert eine Netzagentur einen bestimmten Mechanismus, kann sie die höheren Preise innerhalb einer Woche an die Endverbraucher weitergeben. Preisgarantien beispielsweise bei Einjahresverträgen entfallen. Durch die Weitergabe von Preisen soll verhindert werden, dass die Versorger zusammenbrechen. Netzagentur-Chef Müller warnte vor einer Verdopplung oder gar Verdreifachung der Gaspreise – und riet den Verbrauchern, das Geld beiseite zu legen.

Was tun bei Gasknappheit?: Die EU ist in dieser Frage gespalten

Doch was können die EU-Staaten gemeinsam gegen die Gasknappheit tun? Darüber herrscht Uneinigkeit. Bereits im März einigten sie sich darauf, ihre Kaufkraft zu bündeln und gemeinsam Gas einzukaufen. Aber Länder wie Italien oder Belgien wollen drastischere Maßnahmen und drängen auf eine Preisobergrenze auf EU-Ebene, damit sich die Verbraucher wohl fühlen. Spanien und Portugal haben dafür bereits nationale Ausnahmen. Ende Mai hatte der EU-Gipfel die EU-Kommission beauftragt, weitere Optionen zur Eindämmung des Energiepreisanstiegs zu prüfen – darunter auch die Festlegung einer temporären Preisobergrenze. Länder wie die Tschechische Republik würden einen solchen Schritt jedoch ablehnen, da es sich um einen Markteingriff handeln würde.

Der lettische Premierminister Krisjanis Karenz sagte am Freitag, dass Maßnahmen wie die gemeinsame Beschaffung „eine mittel- bis langfristige Lösung sein könnten“. Das Wichtigste ist, diejenigen zu unterstützen, die am meisten unter der hohen Inflation leiden. Dagegen warnte die schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson davor, Geld in die Taschen der Bevölkerung zu stecken. „Dies wird nur die Inflation erhöhen“, sagte sie. Gasdrosselung in Europa und steigende Energiepreise werden auch Thema des G7-Gipfels sein Schulz Austragungsort ist ab Sonntag das bayerische Elmau. (dpa/fra)

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